13. November 2023

Weinernte in Spanien 2023: 20 Prozent weniger Trauben als im Vorjahr

Die Redaktion

Weintraube Bobal in Utiel-Requena
In manchen Weinregionen Spaniens ist die Lese in diesem Jahr dürftig ausgefallen.

Die Weinlese 2023 in Spanien steht erneut ganz im Zeichen der Wetterextreme: Frost im Frühjahr, die historische Hitze und Trockenheit in den Sommermonaten und zwischendurch Unwetter und Hagel. All das sorgte in diesem Jahr in manchen Regionen für teils dramatische Rückgänge bei den Erntemengen. Spanienweit liegt nach Angaben von Weinbauverbänden die Weinernte in diesem Jahr mit erwarteten 33 Millionen Hektolitern etwa 20 Prozent unter dem Vorjahr. Spanien bekommt den Klimawandel stärker zu spüren als andere Länder: Europaweit wird mit einem Rückgang der Erntemenge von »nur« 3 Prozent im Vergleich zu 2022 gerechnet.

Starkes Nord-Süd-Gefälle

Schaut man sich die einzelnen spanischen Regionen und Weinbaugebiete an, zeigt sich ein differenziertes Bild. Viele Anbaugebiete im Zentrum sowie im Süden haben starke Einbußen zu verzeichnen, wie zum Beispiel Katalonien, Valencia, Kastilien-La Mancha und Extremadura. Bei einigen Weingütern liegen die Einbußen dort bei 50 bis 60 Prozent. Dagegen verbuchen die meisten Weinregionen im Norden mit atlantischem Einfluss, darunter auch Rioja und Kastilien und León, gute Ernten mit teils besseren Ergebnissen als im Vorjahr. Die Ausnahme von der Regel sind die Balearen, die in der Gesamtbetrachtung in diesem Jahr auch zu den Gewinnern gehören.

100 Millionen Euro Schaden

Agroseguro, der Gesamtverband der spanischen Agrar-Versicherungen, schätzt die Schäden bei der Weinernte in Spanien auf rund 100 Millionen Euro – eine Rekordsumme, die entsprechend hohe Entschädigungen für die betroffenen Winzer:innen nach sich ziehen wird.

Geringe Erntemenge, aber gute Qualität

Bereits 2022 machte sich der Klimawandel deutlich bemerkbar. Im laufenden Jahr nochmal mehr. So verschieben sich auch die Reife- und Erntetermine. Vielerorts in Spanien begann die Weinlese 2023 außerordentlich früh, teils im Juli. Allerdings wird die Traubenqualität weitgehend als gut eingestuft – besser als 2022.


Quellen:

La Semana Vitivinícola

Agroseguro

Eigene Recherche

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