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Der Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem großartigen Gazpacho liegt fast ausschließlich in einer Zutat:
der Tomate.
Reif, schwer, tief rot, daher nie im Winter.

Zutaten

Für das Gazpacho

  • 1 kg sehr reife Tomaten
  • 1 kleine Gurke, geschält
  • 1 grüne Paprika
  • 1 Knoblauchzehe
  • 80 ml natives Olivenöl extra
  • 2 EL Sherry-Essig
  • 1 TL Meersalz
  • 100 ml kaltes Wasser

optional:'

  • Altes Weißbrot (optional, zum Binden - für glutenfreie Variante besser weglassen)
Weinbegleitung

Zu diesem Rezept empfehlen wir 5 passende Weine.

Zu den empfohlenen Weinen →

Andalusiens flüssige Antwort auf den Hochsommer

In Sevilla, Córdoba und Jaén zeigt das Thermometer im Hochsommer regelmäßig über 40 Grad, und genau deshalb bleibt in den meisten Küchen dort der Herd kalt.
Denn auf fast jedem Tisch steht ein Glas Gazpacho, morgens zubereitet, mittags aus dem Kühlschrank geholt, oft mehrmals am Tag getrunken wie ein weiteres Glas Wasser oder einfach nur eine kleine Zwischenmahlzeit.
Diese Alltäglichkeit unterscheidet Gazpacho von den meisten anderen kalten Suppen. Es ist kein Restaurant-Statement, sondern Hausmannskost gegen die Hitze, und das schon seit Generationen.

Die richtigen Tomaten für Gazpacho Andaluz auswählen

Die Qualität des Gazpacho steht und fällt mit der Tomate!

Sie muss sehr reif, tief rot, schwer und aromatisch sein, die wässrigen, blassen Supermarkttomaten aus dem Winter ergeben ein enttäuschend flaches Ergebnis.

Im Hochsommer sind Fleischtomaten, Ochsenherzen oder die spanische Raf-Tomate aus der Region Almería ideal, sie bringen genug Süße und Substanz mit, um auch ohne Kochen ein rundes Ergebnis zu liefern.
Das Olivenöl sollte fruchtig und grün sein.
Sherry-Essig, nicht gewöhnlicher Weinessig, gibt den entscheidenden Akzent, der Gazpacho von anderen kalten Tomatensuppen unterscheidet.

Gazpacho Andaluz Rezept: Andalusiens eiskalte SommersuppeKI-generiert. Symbolbild für die kalte andalusische Sommersuppe.

Gazpacho Schritt für Schritt pürieren

  • Die Tomaten grob würfeln, Gurke und Paprika ebenfalls zerkleinern (ca. 10 Minuten).

  • Alles zusammen mit der Knoblauchzehe, dem Olivenöl, dem Sherry-Essig und dem Meersalz in einen Hochleistungsmixer geben.

  • Wer das Brot verwendet, weicht es vorher kurz in Wasser ein, drückt es aus und entfernt die Rinde, bevor es mit in den Mixer kommt.

  • 2 bis 3 Minuten auf höchster Stufe mixen, bis eine vollständig glatte Masse entsteht.

Passiert oder rustikal:
drei Wege zum perfekten Gazpacho

Ab hier trennen sich die Wege, und genau das macht Gazpacho so anpassungsfähig.

  • Passierte Version:
    durch ein feines Sieb gestrichen, für eine sehr glatte, homogene Textur, edel genug für den Einstieg in ein elegantes Dinner.

  • Rustikale Version:
    ohne Passieren, mit den grünen Sprenkeln der Paprika sichtbar, für alle, die etwas mehr Struktur mögen.

  • Version mit Brot:
    das eingeweichte Weißbrot sorgt für mehr Körper und Cremigkeit, wer eine ganz klare, tomatenreine Fassung bevorzugt oder glutenfrei kochen möchte, lässt es besser weg.

Mit kaltem Wasser auf die gewünschte Konsistenz bringen, manche mögen ihn dünn wie Saft, andere cremig wie eine Suppe.

Gazpacho richtig kühlen, abschmecken und servieren

  • Mit Salz, Sherry-Essig und bei Bedarf etwas mehr Olivenöl final abschmecken.

  • Mindestens 2 Stunden, besser über Nacht im Kühlschrank kühlen, kalt schmeckt Gazpacho spürbar runder!

  • Eiskalt in großen Gläsern, kleinen Schalen oder tiefen Tellern servieren.

  • Als klassische Garnitur eignen sich fein gewürfelte Tomate, Gurke und grüne Paprika sowie ein großzügiger Schuss Olivenöl direkt vor dem Servieren, wer mag, gibt noch ein paar Tropfen guten Sherry-Essigs dazu.

Gazpacho hat einen weniger bekannten Verwandten: Ajoblanco, eine kalte weiße Suppe aus Mandeln, Knoblauch, Brot und Olivenöl, ohne Tomate, ursprünglich sogar älter als die heute bekannte Tomatenversion.

Tomaten kamen erst nach der Kolonialisierung Amerikas nach Spanien und wurden erst im 19. Jahrhundert fester Bestandteil des Gazpacho, wie es heute bekannt ist.

Wer die andalusische Tapas-Kultur insgesamt genauer kennenlernen möchte, findet in unserem Guide zur Tapas-Kultur weitere kalte Klassiker aus dem Süden.

Weinbegleitung

Gazpacho verträgt nicht nur einen Sherry, seine drei Serviervarianten öffnen die Tür für drei ganz unterschiedliche Weinstile, vom aufgespriteten Klassiker bis zur Flaschengärung.

  • Zur fein passierten, seidigen Version passt ein gekühlter Manzanilla, Zum Beispiel der La Gitana aus Sanlúcar de Barrameda. Die salzige Frische stellt sich der Süße der Tomaten entgegen und bringt eine mineralische Note mit, die man so nur am Meer in der Weinregion Andalusien findet.
    Klassischer geht die Kombination kaum.

  • Zur rustikalen Variante mit sichtbaren Paprikastückchen passt aber auch ein Marqués de Cáceres Verdejo aus der Weinregion Rueda.
    Seine grasig-grüne Aromatik greift die Paprikanote auf, während seine Säure der kräftigeren Textur standhält.

  • Zur Version mit eingeweichtem Brot passt vielleicht sogar am Besten ein Marrugat +Natura Brut Nature, ein Cava aus der Weinregion Katalonien.
    Seine feine Perlage bricht die Cremigkeit auf und hält das Gericht trotz seiner Fülle leicht am Gaumen, eine geradezu spielerische Kombination zur kalten Suppe.

Empfehlungen aus dem TodoVino Weinkeller

Zu diesem Gericht passen leichte & spritzige Weine.

Schlanker Körper, lebendige Säure, wenig Alkoholgewicht – diese Weine schneiden durch Fett, reinigen den Gaumen und brauchen kein schweres Gericht. Trinkfreudig und frisch.

Huguet de Can Feixes Reserva 7 Anys
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