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31. August 2026

Weinlese 2026: Spanien erntet so früh wie nie, Hitze prägt den Jahrgang, Rauch bleibt regionales Thema

Die Redaktion

Die Weinlese 2026 ist in Spanien ungewöhnlich früh angelaufen. Hohe Temperaturen und wiederholte Hitzewellen haben die Reife der Trauben beschleunigt und den Erntebeginn in zahlreichen Weinregionen deutlich vorgezogen. Gleichzeitig präsentieren sich die Weinberge vielerorts in gutem gesundheitlichem Zustand, wie die regionalen Weinbauverbände melden. Wie sich der Jahrgang qualitativ entwickeln wird, lässt sich Ende August allerdings noch nicht abschließend beurteilen.

Neben Hitze und Trockenheit beschäftigt die Weinbranche in diesem Sommer ein weiteres Thema: die zahlreichen Waldbrände in Spanien und anderen Teilen Europas. Für den Weinbau geht es dabei nicht nur um unmittelbar zerstörte Rebflächen, sondern auch um die Frage, ob Rauch die Trauben beeinträchtigen kann. Nach den bislang vorliegenden Untersuchungen ist dieses Risiko allerdings differenziert zu betrachten.

Weinlese 2026 in Spanien startet außergewöhnlich früh

Der Erntekalender hat sich in Spanien in diesem Jahr deutlich nach vorne verschoben. In mehreren Anbaugebieten begann die Lese bereits im Juli oder Anfang August. Ursache sind vor allem die hohen Temperaturen, die die Entwicklung der Trauben beschleunigt haben.

Besonders deutlich zeigt sich das in der DOCa Rioja: Dort wurden die ersten Trauben bereits am 6. August gelesen – so früh wie noch nie. Auch in Katalonien begann die Ernte außergewöhnlich früh. Bis zum 24. August waren dort bereits rund 126,8 Millionen Kilogramm Trauben in den Weingutskellern angekommen. Das entspricht einem deutlichen Plus gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, lässt aber noch keinen Rückschluss auf die endgültige Erntemenge zu.

In Rías Baixas waren Ende August bereits mehr als fünf Millionen Kilogramm Trauben gelesen. Erste Kontrollen werden dort mit guter Reife, ausgewogener Säure und einem sehr guten Gesundheitszustand der Trauben beschrieben. Auch in Castilla-La Mancha hat die Lese früh begonnen.

Der frühe Start ist damit in unterschiedlichen spanischen Weinregionen zu beobachten, allerdings mit regionalen Unterschieden bei Reife, Erntemenge und Gesundheitszustand.

Großes Pech hatten einige Winzer:innen in den Weinbaugebieten Montsant und Priorat: Dort kam es bei Ernetbeginn zu einem schweren Hagel-Unwetter, das lokal zu größeren Schäden führte und die Arbeit eines ganzen Jahres vernichtete.

Hitze beschleunigt die Reife

Die hohen Temperaturen haben nicht nur den Beginn der Lese vorgezogen, sondern wirken sich auch auf die Entwicklung der Trauben aus. In Rioja zeigen die aktuellen Reifemessungen beispielsweise einen Anstieg des potenziellen Alkoholgehalts und gleichzeitig einen Rückgang der Säure. Teilweise wurden zudem trockene Blätter im unteren Bereich der Rebstöcke beobachtet, was insbesondere mit Hitze und eingeschränkter Wasserversorgung in Verbindung gebracht wird.

Damit gewinnt der genaue Zeitpunkt der Lese in diesem Jahr besondere Bedeutung. Denn Zuckerreife, Säureentwicklung und der allgemeine Gesundheitszustand der Trauben können sich unter den warmen Bedingungen unterschiedlich schnell entwickeln.

Mit einer abschließenden Qualitätsbewertung des Jahrgangs ist man deshalb noch vorsichtig. Ein Teil der Ernte steht Ende August noch im Weinberg, und auch die später reifenden Sorten werden erst in den kommenden Wochen gelesen.

Waldbrände: Direkte Schäden wichtiger als Rauch

Der außergewöhnlich heiße Sommer hat gleichzeitig zu zahlreichen Wald- und Flächenbränden geführt. Betroffen sind auch Weinbauregionen. In Spanien wurden unter anderem Rebflächen in der Sierra de Gredos durch Feuer in Mitleidenschaft gezogen.

Für Winzer gibt es dabei grundsätzlich zwei unterschiedliche Probleme: Rebflächen können unmittelbar durch die Flammen zerstört werden und Rauch kann unter bestimmten Bedingungen die Trauben erreichen.

Letzteres wird häufig unter dem Begriff Smoke Taint zusammengefasst. Bestimmte flüchtige Phenole aus dem Rauch können von den Beeren aufgenommen werden und später zu unerwünschten rauchigen oder aschigen Aromen im Wein führen. Das Risiko ist jedoch stark von der tatsächlichen Rauchbelastung und den jeweiligen Bedingungen abhängig.

Eine aktuelle Untersuchung, kommt zu einem wichtigen Ergebnis: Bei den dort untersuchten Reben ließ sich ab einer Entfernung von einem Kilometer zum Brandherd kein Rauchgeschmack feststellen. Der Befund bezieht sich auf die konkreten Bedingungen der Untersuchung und bedeutet nicht, dass Rauch grundsätzlich keine Auswirkungen auf weiter entfernte Weinberge haben kann.

Damit ist Rauch im Jahrgang 2026 durchaus ein Thema für betroffene Weinbauregionen, aber nach der derzeitigen Datenlage aber kein flächendeckendes Problem für den europäischen Weinbau.

2026: Ein außergewöhnlicher Jahrgang, aber noch keine abschließende Bewertung

Die bisherige Weinlese 2026 lässt sich vor allem durch ihren ungewöhnlich frühen Beginn charakterisieren. Hohe Temperaturen haben die Reife beschleunigt, gleichzeitig werden in verschiedenen Regionen gute bis sehr gute Gesundheitszustände der Trauben gemeldet.

Wie der Jahrgang letztlich ausfallen wird, hängt jedoch vom weiteren Verlauf der Ernte und insbesondere von den (Wetter-)Bedingungen in den kommenden Wochen ab. Für die Winzer:innen bleiben dabei die Entwicklung von Zucker und Säure, die Wasserversorgung und der Gesundheitszustand der Trauben entscheidende Faktoren.

Fest steht bereits jetzt: Die Weinlese 2026 gehört in Spanien zu den frühesten der vergangenen Jahrzehnte. Für eine endgültige Einschätzung des Jahrgangs ist es jedoch noch zu früh.

Quellen:

Spanische Weine kaufen bei heimwein
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