Deutschland bleibt wichtigster Auslandsmarkt für spanischen Wein
Deutschland ist weiterhin der bedeutendste Auslandsmarkt für spanischen Wein, sowohl nach Wert als auch nach Menge. Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 kauften deutsche Abnehmer Wein aus Spanien im Wert von 329,4 Millionen Euro. Dahinter folgen Großbritannien mit 302 Millionen Euro und die USA mit 264,3 Millionen Euro. Die Zahlen stammen von der spanischen Steuerbehörde AEAT und wurden vom Branchenverband OIVE ausgewertet.
Zusammen stehen diese drei Länder für 32,2 Prozent der spanischen Weinexporte, die im genannten Zwölfmonatszeitraum insgesamt 2.781,4 Millionen Euro erreichten. Die zehn wichtigsten Abnehmerländer kommen zusammen auf 65,8 Prozent.
Land | Exportwert | Veränderung Wert | Ø Preis/Liter | |
1 | Deutschland | 329,4 Mio. € | −7,3 % | 0,89 € |
2 | Großbritannien | 302,0 Mio. € | −2,8 % | 2,49 € |
3 | USA | 264,3 Mio. € | −20,3 % | 4,52 € |
4 | Niederlande | 165,7 Mio. € | +0,5 % | — |
5 | Schweiz | 143,9 Mio. € | +0,3 % | 6,71 € |
Spitzenposition trotz Rückgang
Auch beim Volumen führt Deutschland: 369,9 Millionen Liter spanischer Wein gingen in den deutschen Markt, das entspricht 21,1 Prozent der gesamten spanischen Exportmenge. Zusammen mit Frankreich – zweitgrößter Abnehmer nach Menge mit 326,3 Millionen Litern – entfallen auf beide Länder knapp 40 Prozent aller exportierten Liter.
Allerdings gingen die deutschen Einkäufe im Jahresvergleich zurück: wertmäßig um 7,3 Prozent, mengenmäßig um 10,9 Prozent. Weil die Menge stärker sank als der Wert, stieg der Durchschnittspreis um 4 Prozent auf 0,89 Euro je Liter.
Kennzahl | Deutschland | Spanischer Gesamtexport |
Exportwert | 329,4 Mio. € | 2.781,4 Mio. € |
Anteil am Exportwert | 11,8 % | 100 % |
Exportmenge | 369,9 Mio. l | ≈1.753 Mio. l |
Anteil an der Menge | 21,1 % | 100 % |
Ø Preis/Liter | 0,89 € | 1,59 € |
Preisniveau Deutschland | −44 % | — |
Der Preis ist die eigentliche Nachricht
Genau hier liegt der interessante Punkt: 0,89 Euro pro Liter liegen deutlich unter dem spanischen Exportdurchschnitt von 1,59 Euro. Deutschland ist für Spanien vor allem ein Mengenmarkt, geprägt von Fasswein und Einstiegspreislagen, nicht von hochpreisigen Flaschenweinen. Zum Vergleich: Die Schweiz zahlt im Schnitt 6,71 Euro je Liter, die USA 4,52 Euro, Großbritannien 2,49 Euro.
Bei den anderen großen Märkten fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Großbritannien verlor beim Wert nur 2,8 Prozent und legte bei der Menge um 1,2 Prozent zu. Im ersten Halbjahr 2026 überholten die Briten die USA sogar als größter Abnehmer von abgefülltem Stillwein nach Wert (106,8 Millionen Euro). Die USA verzeichneten dagegen einen der stärksten Einbrüche: minus 20,3 Prozent beim Wert, ein Rückgang um 67,3 Millionen Euro. Nur die Niederlande (165,7 Millionen Euro, plus 0,5 Prozent) und die Schweiz (143,9 Millionen Euro, plus 0,3 Prozent) konnten unter den großen Märkten leicht zulegen.
Einordnung
Die Zahlen bestätigen die strategische Bedeutung des deutschen Marktes für spanische Bodegas, zeigen aber auch dessen Schwäche. Wer in Deutschland verkauft, verkauft viel, aber günstig. Für Erzeuger, die auf Wertschöpfung statt Volumen setzen, sind Märkte wie die Schweiz oder Großbritannien attraktiver. Der Rückgang von rund elf Prozent bei der Menge deutet zudem darauf hin, dass auch das Volumengeschäft nicht selbstverständlich bleibt.
Daten: AEAT / OIVE

