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Paella Valenciana: das Original-Rezept mit Hähnchen und Kaninchen
PaellaHähnchenKaninchenReisgericht

Valencia

Paella Valenciana: das Original-Rezept mit Hähnchen und Kaninchen

Original-Paella aus der Huerta Valenciana, mit Wein-Tipp

Vorbereitung30 Min.
Zubereitung30 Min.
Gesamt60 Min.
Portionen4 Portionen
KücheSpanisch
Weinbegleitung5 Weine ↓

Die Paella ist das meistmissverstandene Gericht Spaniens.
In Touristenlokalen an Küstenpromenaden wird unter dem Namen »Paella« praktisch alles mit Reis und Meeresfrüchten serviert.

Für die Valencianer ist das eine Art Sakrileg. Die Paella Valenciana, die Mutter aller anderen Paellas, enthält weder Garnelen noch Muscheln noch Chorizo. Sie entstand in der Huerta Valenciana, dem fruchtbaren Schwemmland rund um den Albufera-See südlich von Valencia, als Wochenendgericht der Bauern und Reisbauern.

Zutaten

  • 400 g Paella-Reis (Bomba oder Calasparra)
  • 500 g Hähnchenschenkel, zerteilt
  • 400 g Kaninchen, zerteilt
  • 200 g grüne Bohnen (Ferraura)
  • 100 g Bachbohnen (Garrofón, aus der Dose)
  • 400 g Tomaten, gerieben
  • 1 TL Pimentón dulce
  • 0,5 g Safranfäden
  • 1,2 l heiße Hühnerbrühe
  • 6 EL Olivenöl
  • Salz
  • 1 Zweig Rosmarin
Weinbegleitung

Zu diesem Rezept empfehlen wir 5 passende Weine.

Zu den empfohlenen Weinen →

Mise en place, die Vorbereitungsschritte für die Paella

  • Hähnchen- und Kaninchenstücke mit Salz würzen, falls noch nicht vom Metzger zerteilt.

  • Tomaten waschen und bereithalten, sie werden direkt über die Pfanne gerieben, nicht gewürfelt.

  • Safranfäden im Mörser zerstoßen.

  • Reis und Brühe abmessen, das Verhältnis 1:3 ist für Bomba-Reis entscheidend.

  • Spezialwerkzeug:
    eine Paellera (flache, breite Eisenpfanne, Ø 40 cm für vier Personen) ist Pflicht, ihre große Oberfläche sorgt für die gleichmäßige Verdunstung, ohne die keine Socarrat entsteht.

Paella Valenciana: das Original-Rezept mit Hähnchen und KaninchenKI-generiert. Symbolbild der Zutaten für die Paella Valenciana

Was Deutsche unter »Paella« verstehen, und wie weit das vom Original entfernt ist

Wer in Deutschland »Paella« bestellt oder eine Fertigmischung im Supermarkt kauft, bekommt fast immer eine Version mit Garnelen, Miesmuscheln und häufig Chorizo, oft dazu noch Erbsen und rote Paprika als Farbtupfer.

Diese Vorstellung stammt aus zwei Quellen:
aus Pauschalurlauben an der spanischen Küste, wo Restaurants genau diese Mischung an Touristen verkaufen, und aus deutschen Supermarkt-Gewürzmischungen, die ihrerseits diese Touristenversion kopieren.

Mit der Paella Valenciana hat das wenig zu tun. Die Original-Version aus der Huerta Valenciana kennt weder Garnelen noch Chorizo, das Fleisch kommt von Hähnchen und Kaninchen, gewürzt wird ausschließlich mit Pimentón, Safran und Rosmarin.
Die deutsche Erwartung passt eher zur Paella Mixta oder Paella de Marisco, zwei spätere, an der Küste entstandene Varianten, die in Valencia selbst nicht als »die« Paella gelten.

Sofrito, Röstaromen und die Basis der Paella

  • Das Olivenöl in der Paellera bei hoher Hitze erhitzen, die Pfanne muss sehr heiß sein, bevor das Fleisch hineinkommt.

  • Hähnchen- und Kaninchenstücke rundherum goldbraun anbraten (ca. 8–10 Minuten), bis tiefe Röstaromen entstehen.

  • Das Fleisch an den Rand der Pfanne schieben.

  • Die grünen Bohnen in der Mitte der Pfanne 3 Minuten anbraten.

  • Die geriebenen Tomaten hinzugeben und bei mittlerer Hitze 5 Minuten einkochen, bis die Masse dunkelrot, trocken und fast karamellisiert ist.

  • Pimentón dulce einstreuen und sofort mit der heißen Hühnerbrühe ablöschen, damit das Gewürz nicht verbrennt.

Reis, Safran und die Socarrat

  • Den zerstoßenen Safran in ein paar Löffel heißer Brühe auflösen, das extrahiert Farbe und Aroma vollständig.

  • Den Safran in die Pfanne geben und die Brühe einmal aufkochen lassen, dann abschmecken. Die Brühe sollte etwas salziger sein als gewünscht, der Reis entzieht beim Garen Salz.

  • Den Reis gleichmäßig über die gesamte Pfanne einstreuen, einmal vorsichtig umrühren und danach nie wieder. Nach dem ersten Umrühren wird nicht mehr gerührt, das ist eine der unverbrüchlichen Regeln der Paella!

  • Den Rosmarinzweig hineinlegen.

  • Bei hoher Hitze 10 Minuten köcheln lassen, dann auf niedrige Hitze reduzieren und weitere 8–10 Minuten garen, bis die Flüssigkeit vollständig absorbiert und der Reis al dente ist.

  • In den letzten 2 Minuten die Hitze nochmals erhöhen, bis ein leicht verbrannter Reisgeruch entsteht, das ist die Socarrat, die leicht angebrannte Reiskruste am Boden.
    Sie ist kein Fehler, sie ist das Ziel.

  • Die Paella 5 Minuten ruhen lassen, dann direkt aus der Pfanne mit Zitronenspalten servieren.

Was kann vorbereitet werden?

  • Die Tomatensauce (der Sofrito-Grundstock aus Tomate und Pimentón) lässt sich am Vortag zubereiten und kühl aufbewahren.

  • Der Reis selbst muss frisch gekocht werden, jede Unterbrechung nach dem Einstreuen kostet die Socarrat und verändert die Textur spürbar.

  • Eine verbreitete Variante ist die Paella Mixta, die zusätzlich Meeresfrüchte einbindet, sie gilt in Valencia allerdings nicht als die Original-Version, sondern als spätere, an der Küste entstandene Abwandlung (siehe Abschnitt oben zur deutschen Erwartungshaltung).

Weinbegleitung

Diese drei spanischen Weine passen zur Paella Valenciana

  • Der Marqués de Cáceres Blanco Verdejo 2025 (Rueda DOP) bringt Zitrus- und Kräuternoten mit, die den Sofrito-Röstaromen Kontur geben. Seine zurückhaltende Säure hellt die Ölnote der Paella auf, ohne die feinen Safranaromen zu überdecken.

  • Der Inurrieta Rosado »Mediodía« 2025 (Navarra DOP) aus Garnacha zeigt kräftige Beerenfrucht und lebendige Säure. Er spiegelt die Röstnoten von Hähnchen und Kaninchen wider, bleibt dabei aber unkompliziert genug für den Alltag am Tisch.

  • Experimentell dazu:
    der Marqués de Cáceres 2022 (Rioja DOCa, Crianza). Ein Rotwein liegt bei Paella nicht nahe, aber seine feste Tanninstruktur hält der Röstkruste des Fleisches und der Socarrat stand, seine Vanille- und Lakritznoten aus dem Barrique tragen die Röstaromen weiter, statt sie zu übertönen.

Empfehlungen aus dem TodoVino Weinkeller

Zu diesem Gericht passen fruchtige & weiche Weine.

Wenig Tannin, klare rote Frucht und trinkfreudig – gut kühlbar (12–14 °C), was ihn flexibler macht als schwere Roten.

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