Pulpo a la Gallega, in Galicien auch als Pulpo á feira (Marktoktopus) bekannt, ist das Herzgericht der galicischen Küche. Auf den großen Märkten der Region, etwa dem Mercado de Abastos in Santiago de Compostela oder dem Mercado Municipal in Lugo, sitzen seit Jahrhunderten die polbeiras: Frauen, die ihren Beruf ausschließlich dem Kochen und Servieren von Pulpo widmen. Sie kochen ihn in riesigen Kupferkesseln über offenem Feuer, schneiden ihn mit Küchenscheren auf Holzbrettern und reichen ihn in kleinen Tonschalen.
Das erste Geheimnis für zarten Oktopus ist das Einfrieren. Tiefgefrorener und wieder aufgetauter Oktopus soll durch den Gefriervorgang zarter werden, weil die Eiskristalle die zähen Muskelfasern anbrechen. Ganz eindeutig belegt ist dieser Effekt in der Fachliteratur allerdings nicht, du kannst ihn also eher als bewährte Küchenweisheit denn als gesicherten Fakt betrachten.
Das zweite Geheimnis ist das dreimalige Eintauchen. Einen großen Topf Wasser mit dem Lorbeerblatt zum Kochen bringen. Den aufgetauten Oktopus an den Tentakeln halten und dreimal für jeweils 5 Sekunden ins kochende Wasser tauchen, dann kurz herausziehen (ca. 5 Sekunden pro Tauchgang). Durch diesen Temperaturschock rollen sich die Tentakel ein und behalten beim Kochen ihre Form, das galicische »asustar el pulpo« (den Oktopus erschrecken). Anschließend den Oktopus vollständig ins Wasser legen und bei mittlerer Hitze 45 bis 60 Minuten köcheln lassen, bis eine Gabel an der dicksten Stelle der Tentakeln leicht eindringt. Im Kochwasser vollständig abkühlen lassen, das macht ihn noch zarter.