
Was nach Marketing und SEO-Optimierung klingt, ist tatsächlich, wie meine Oma Pilar in Valencia eine echte spanische Tortilla de Patata gemacht hat, nämlich nach Gefühl.
Regel Nummer 1 heißt: Es gibt keine Maßeinheiten. Alle Zutaten variieren je nach der Größe der Kartoffeln, Hände und Erfahrungswerte.
Als nächstes der klare Hinweis: Ich mache meine Tortilla de Patata mit Zwiebeln.
Ja, ich kenne die Diskussion in Spanien: Mit oder ohne Zwiebeln?
Inzwischen klingt das für mich fast wie eine Glaubensfrage.
Lasst doch die armen Zwiebeln in Ruhe und wer sie mag: Einfach rein damit in die Tortilla de Patata.
Mit oder ohne Zwiebeln – was ist das bessere Rezept für die Tortilla de Patata?
Sagen wir, es gibt vor allem einen Unterschied im Aroma. Für Kartoffel-Puristen auf jeden Fall ohne Zwiebeln, dann kommt das Kartoffelaroma direkt bei euch an.
Für diejenigen, die es etwas feuchter und aromatischer mögen, passen Zwiebeln hervorragend.
Zutaten für eine einfache Tortilla de Patata
Jetzt aber genug erzählt und ran an die Zutatenliste, die bei diesem spanischen Gericht sehr übersichtlich ausfällt:
Kartoffeln, Eier, mit/ohne Zwiebeln, Knoblauch, Salz und viel Olivenöl.
Wer mehr über Olivenöl wissen möchte, findet die Informationen hier.
Bei den Kartoffeln nehme ich gerne festkochende, damit mir das nicht wie gebratener Kartoffelbrei rauskommt.
Wer es außerdem noch etwas flüssig in der Mitte mag, also das Drei-Minuten-Ei unter den Kartoffelomeletts, nimmt beim persönlichen Rezept mehr Eier als Zutat und lässt die Masse am Schluss kürzer stocken.

Schritt-für-Schritt:
So gelingt die spanische Tortilla de Patata
1. Kartoffeln vorbereiten
Kartoffeln waschen und schälen. Anschließend in feine Scheiben schneiden, die meine Oma mit »dünn« umschrieben hätte. In deutscher Version heißt das: zwei oder drei Millimeter.
Warum so dünn?
Die Kartoffeln werden in Olivenöl gegart und sollen dort weich werden. Je dicker die Stücke sind, desto länger dauert es und desto mehr muss ich aufpassen, dass alles gleichmäßig durch wird.
Wer vermeiden möchte, dass die Kartoffeln an der Luft braun werden, gibt sie einfach in eine Schale mit Wasser.
2. Zwiebel und Knoblauch vorbereiten
Zwiebel in feine Ringe schneiden oder eben weglassen.
Knoblauch in kleinen Mengen (eine Zehe) gibt noch etwas mehr Aroma hinzu, ist allerdings nichts für Traditionalisten.
3. Kartoffeln garen
Viel Olivenöl in eine Pfanne geben und etwas Knoblauch leicht andünsten. Zwiebeln und Kartoffeln dazugeben und im Öl garen.
Das heißt: Eher wie frittieren als wie braten.
Häufig kommt in Rezepten der Hinweis, dass die Kartoffeln nicht braun vom Braten werden sollen.
Nun, ich liebe Röstaromen, und meine Oma hat immer den Punkt abgewartet, bis die Kartoffeln am Schluss leicht angebraten waren.
Der Vorgang kann gut 15–20 Minuten dauern – je nach Kartoffeln und Hitze.
Bei mir passiert das auf kleiner Stufe und mit Deckel, damit die Kartoffeln gar werden.
Das bedeutet: Geduld, sich Zeit nehmen – und am besten ein Glas Verdejo dazu genießen.
Alle Informationen zu Verdejo findest du hier.
4. Eier verquirlen
Die Eier verquirlen und salzen. Meine Oma konnte das auf einem flachen Teller, mit einer Gabel und ohne Verluste. Könnt ja mal probieren, wie das bei euch rauskommt.
Ich tendiere immer zu einer kleinen Schüssel, mache es aber trotzdem mit einer Gabel.
5. Kartoffeln und Eier vereinen
Wenn die Kartoffeln gar sind, aus der Pfanne nehmen und in die Schale mit den Eiern geben.
Jetzt ist es hilfreich, wenn die Schale groß genug ist, um Eier und Kartoffeln aufzunehmen.
Das gequirlte Ei ging bei Oma direkt vom Teller in die Pfanne zu den Kartoffeln.
Deshalb war eine Seite gleichmäßig rund von der Pfannenform – und die andere Seite, anfänglich oben sichtbar, ungleichmäßig, wie eine Landschaft.
Ich variiere je nach Menge.
Bei großen Tortillas de Patata arbeite ich mit einer Schüssel, bei kleineren (für ein bis zwei Personen) gebe ich das Ei direkt in die Pfanne.
6. Tortilla de Patata braten
Das Ganze ca. 5 Minuten stocken lassen, anschließend mit dem Deckel oder einem Teller umdrehen. Auch die andere Seite nochmals 3–4 Minuten stocken lassen.
Wer es innen flüssiger mag, kann mit mehr Ei arbeiten und kürzer stocken lassen.
Alles sind Erfahrungswerte und bei meiner Oma ging das alles nach Gefühl.
Salz? Zwei Mal mit den Fingern aus dem Salztopf.
Eier? Je nachdem, wie groß die Kartoffeln sind.
Ob die Kartoffeln durch sind, hat sie anhand der Farbe entschieden – ohne zu probieren.
Das schaffe ich bis heute nicht.

Fazit:
Die perfekte Tortilla de Patata ist Geschmackssache.
Ob mit oder ohne Zwiebeln, wenig oder viel Ei, oder gar Knoblauch, würde ich rein von meinen Vorlieben abhängig machen.
Für Puristen sind die Fallstricke angegeben.
Für mich ist die Tortilla de Patata eine Kindheitserinnerung und ich genieße sie jedes Mal aufs Neue.

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