4. Juni 2025

Spaniens aromatischste Weinregion: D.O. Rueda

KOOPERATION Rueda Verdejo ist wie Sommer im Glas

Was haben der Klimawandel und veränderte Ernährungsgewohnheiten gemeinsam? Genau: beides führt zu einem erhöhten Weißwein-Konsum. Insbesondere spanische Weißweine liegen im Trend. Die Menschen verlangen nach Frische, weniger Alkohol und passenden Weinen zu Gerichten, die von Fisch oder Gemüse geprägt sind. Bei spanischem Weißwein profitiert vor allem Verdejo von dieser Entwicklung. Diese alte Rebsorte, die sich in der Weinregion Rueda am wohlsten fühlt, ist Spaniens beliebtester Weißwein. Kein Wunder, denn Rueda ist wie ein guter Popsong: melodiös-aromatisch, lebendig, eingängig und geht nicht mehr aus dem Ohr bzw. dem Geschmackszentrum, kurzum... macht einfach gute Laune.

Die Rueda Weinregion ist die tropische weiße Insel inmitten eines Meeres aus Rotwein, das sich beidseits des Duero in Nordspanien erstreckt. Eine Insel, die wächst, wie La Palma nach dem Vulkanausbruch. Denn immer mehr Bodegas aus anderen Weinbaugebieten wollen ebenfalls an dem Rueda Verdejo-Boom teilhaben und kauften und kaufen Rebflächen in dem Gebiet. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Rebfläche in Rueda verdoppelt!

Bei allem Hype um die fruchtig-frischen Rueda Verdejos sollte man jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass Verdejo auch zu den großen spanischen Weißweinen zählen kann, der wunderbar reift, wenn er von guten Bodegas entsprechend vinifiziert wird. Die Denominación de Origen Rueda (D.O. Rueda) ist ein facettenreiches Weinbaugebiet, das auch auf eine große Tradition in der Herstellung von oxidativen und verstärkten Weinen blickt. In diesem Artikel stellen wir dir die ganze Bandbreite der spannenden Rueda Verdejos und der anderen Weine aus der D.O. Rueda Weinregion vor.

Geografie, Klima und Geschichte der D.O. Rueda Weinregion – die Basis für große spanische Weißweine

Lage und Terroir: Das Herz des Duero-Tals

Die Weinregion D.O. Rueda befindet sich im Nordwesten Spaniens, eingebettet in die nördliche Meseta, die kastilische Hochebene von Kastilien und León, der größten Autonomen Gemeinschaft Spaniens. Auf einer Fläche von rund 21.000 Hektar (in etwa so groß wie das Weinbaugebiet Pfalz) profitieren die Reben entlang des Duero von einer Höhenlage zwischen durchschnittlich 700 und 800 Metern (im Südosten geht es auf bis zu 931 Meter). Diese Bedingungen begünstigen deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und sorgen so dafür, dass die Säurespannung in den Rueda Verdejo Weißweinen erhalten bleibt und sich die Aromen optimal entwickeln können. Auch die Böden tragen dazu bei, dass die Weißweine aus der Rueda Weinregion besonders sind. Sie bestehen überwiegend aus steinigem Kies und sind gut drainiert. Hier fühlen sich die Verdejo Trauben richtig wohl.

Klima: Kontinental – Ideal für die Verdejo Traube

Die D.O. Rueda genießt ein kontinentales Klima, das geprägt wird von heißen Sommern und kalten Wintern. Geringe Niederschlagsmengen von nur 300 bis maximal 500 Litern pro Quadratmeter jährlich zwingen die Reben, tief zu wurzeln um genug Wasser und Mineralstoffe in die Trauben einlagern zu können. Solche Bedingungen tragen dazu bei, dass die Reben ihre natürliche Säure bewahren – ein wesentlicher und wichtiger Aspekt für die Qualität der spanischen Weißweine aus der Verdejo Rebsorte. Hinzu kommen bis zu 2.600 Sonnenstunden im Jahr, die im Zusammenspiel mit den genannten klimatischen Bedingungen für eine optimale Entwicklung der Verdejo Trauben sorgen.

Geschichte und Tradition des Weinbaugebiets D.O. Rueda: Weißwein seit Jahrhunderten

Weinbau hat in der D.O. Rueda Weinregion eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Im 15. und 16. Jahrhundert erlebten die Weine aus Rueda einen Boom, auch dank der Nachfrage aus Valladolid, das bis 1561 die spanische Hauptstadt war. In dieser Zeit entstanden die weitverzweigten historischen Weinkeller der Region (die du übrigens unbedingt auf deine »To-Do« Liste für den nächsten Abstecher nach Rueda einplanen solltest).
Während des sogenannten »Goldenen Zeitalters« Spaniens galt der berühmte »Vino Dorado« aus Rueda als Hofwein der katholischen Könige. Der Tiefpunkt war Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts erreicht, als die Verdejo Traube kurz vor dem Verschwinden stand und dank des Engagements einzelner Winzer vor dem Aussterben gerettet werden konnte.

Der entscheidende Wendepunkt kam in den 1970er Jahren, als das Rioja-Weingut Marqués de Riscal gemeinsam mit dem französischen Önologen Émile Peynaud das Potenzial der autochthonen Rebsorte Verdejo erkannte – seither ist die Rebsorte nicht mehr aus der Region wegzudenken. Die moderne Kellertechnik mit ihrer temperaturkontrollierten Gärung trug dazu bei, dass die frischen und fruchtigen Weißweine aus dem Rueda im Sturm die Herzen der Weinliebhaber eroberten. Aus diesem Grund erhielt Rueda bereits 1980 als erste Weißweinregion Spaniens den D.O.-Status.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Rueda kontinuierlich weiterentwickelt - Tradition wird mit Innovation verbunden und eigene Klassifizierungen für hochwertige Ruedaweine wurden entwickelt.

Rebsorten und Stilistik – Das Profil der Rueda-Weine

D.O. Rueda: Klarer Fokus auf Weißwein und Verdejo

Wie du bereits in der Einleitung und unserem kleinen historischen Exkurs erfahren hast, geht für alle Weißweinfans kein Weg an der D.O. Rueda Weinregion vorbei. Dieses spanische Weinbaugebiet ist weltweit bekannt für seine frischen und aromatischen Weine. Hier dreht sich alles um die autochthone Rebsorte Verdejo, die über 80 % der Rebfläche belegt. Ergänzt wurde dieser Schwerpunkt in den letzten Jahren durch Sauvignon Blanc und Viura. Chardonnay und Viognier vervollständigen diese Vielfalt und wurden vor kurzem in das Verzeichnis der Hauptsorten aufgenommen.

Charakter und Stil der D.O. Rueda-Weine

Die Mehrheit der Rueda Weine zeichnet sich durch ihre Frische, lebendige Säure und eine fruchtige Aromatik aus. Im Glas erstrahlen sie in einem hellen Strohgelb, gerne auch mit grünlichen Reflexen, was ihre Jugend unterstreicht.

Verdejo erfreut den Gaumen oft mit Aromen von weißen Früchten, Anis und Fenchel, garniert mit einer charakteristischen Bitternote, die an eine reife Grapefruit erinnert. Sauvignon Blanc ergänzt die Aromatik um grüne und exotisch-fruchtige Nuancen. Meist trocken und mittelgewichtig, zeigen diese Weine eine elegante Balance zwischen Frucht und Frische und dürfen auch gerne zügig den Weg in dein Glas finden.

Neue D.O. Rueda-Klassifikationen: Neue Impulse für die Zukunft verbinden Tradition und Innovation

Neben den jungen, frischen, im Edelstahltank ausgebauten Weinen, hat die Rueda Weinregion seit 2019 noch weiter daran gearbeitet, die Herkunft der Weine individueller erlebbar zu machen. Es wurden neue Kategorien eingeführt, um die hochwertige Herkunftsbezeichnung innerhalb der spanischen Weinwelt noch weiter zu stärken:

  • Gran Vino de Rueda
    Diese Kategorie steht für die »großen Weine aus der Rueda«. Diese hochwertigen Weine wachsen in Weinbergen, deren Rebstöcke mindestens 30 Jahre alt sein müssen. Die Erträge werden dabei bewusst stark reduziert, auch bereits aufgrund des Alters der Reben und betragen maximal 6.500 kg pro Hektar. Auf diese Weise werden die Konzentration und Ausdruckskraft der Trauben zusätzlich gesteigert. Gran Vino de Rueda verbindet damit die Herkunft mit einer profunden Tiefe und Reife, für alle Weinliebhaber:innen, die das Besondere lieben.

  • Vino de Pueblo
    Wörtlich übersetzt bedeutet das »Wein aus dem Dorf«, vergleichbar mit dem Ortswein aus Deutschland. Hier tragen die Weine den Namen der Herkunftsgemeinde auf dem Etikett – und das aus gutem Grund: Mindestens 85 % der Trauben müssen aus genau diesem Ort stammen. So zeigt die Rueda Weinregion ihre mikroregionale Vielfalt und macht das Terroir und die Besonderheiten einzelner Dörfer erlebbar.

  • Rueda Pálido
    Eine Hommage an die Vergangenheit: Dieser traditionelle Wein wird unter biologischer Reifung ausgebaut und lagert mindestens drei Jahre in Holzfässern. Biologische Reifung - crainza biológica auf spanisch - bedeutet, dass der Wein genau wie bei einigen Sherrys unter Florhefe reift, die den Wein quasi luftdicht versiegelt und die Entstehung bestimmter Aromen fördert. Das Ergebnis ist ein komplexer, charakterstarker Weißwein, der Ruedas historische Stilistik in die Gegenwart transferiert.

Und was haben alle drei neuen Kategorien gemeinsam? Diesen Weinen darfst du gerne auch etwas mehr Zeit in deinem Weinkeller gönnen oder dich freuen, wenn du auch mal einen drei- oder sogar fünfjährigen Wein auf der Preisliste eines Weingutes findest. Hier wirst du sicher einige spannende Entdeckungen machen können!

Im Folgenden schauen wir uns einige Weingüter, Weine und Menschen einmal genauer an, die im Rueda 2025 Top 100-Report des Weinkritikers und Master of Wine Tim Atkin aufgrund ihrer herausragenden Leistungen besondere Erwähnung finden.

Die Menschen hinter dem Wein: Zahlreiche Persönlichkeiten prägen die Rueda Weinregion

Wenn man die facettenreiche Weinlandschaft der D.O. Rueda betrachtet, trifft man auf eine Vielzahl faszinierender Persönlichkeiten und traditionsreicher Weingüter, die diese Region zu dem gemacht haben, was sie heute ist: eine Referenz für spanischen Weißwein und Verdejo.

Aus diesem reichhaltigen Mosaik möchten wir drei Personen hervorheben, die exemplarisch für die Dynamik, Innovation und das Erbe der D.O. Rueda Weinregion stehen: die Weinbau-Legende Jesús Yllera, die preisgekrönte Winzerin Ángela Lorenzo und das aufstrebende Talent Laura Sanz.

Jesús Yllera von den Bodegas Yllera

Jesús Yllera gilt als zentrale Figur im spanischen Weinbau im Allgemeinen, insbesondere aber in Rueda. Als einer der Gründer von Bodegas Yllera, einem familiengeführten Weingut mit einer Geschichte über sechs Generationen, steht er für Qualität und Innovation und hat sich zudem als Person einen Namen gemacht, die die ökologische Verantwortung der Weinszene in den Blick genommen hat.
Ganz aktuell, in diesem Jahr, wurde Jesús Yllera mit dem »Winemaking Legend« Preis vom bekannten US-Weinkritiker Tim Atkin bei der ProWein ausgezeichnet, was seinen großen Einfluss auf den spanischen Weinbau unterstreicht.

Ángela Lorenzo der Bodega Félix Lorenzo Cachazo

Ángela Lorenzo, die Winzerin bei Bodegas Félix Lorenzo Cachazo, wurde zu Beginn dieses Jahres von Tim Atkin zum »Winemaker of the Year« ernannt, was ihr Können und ihr Engagement besonders hervorhebt. Die Tradition des Weinguts und Ángelas innovative Ansätze zeigen sich in Weinen wie dem Carrasviñas Félix Gran Vino (eine Hommage an ihren Vater, der die Weinkellerei gründete), der als Weißwein des Jahres 2025 ausgezeichnet wurde.

Ángelas Ansatz respektiert alte Reben und innovative Weinherstellung, was zu komplexen, lagerfähigen Weinen führt, die das Ansehen ihres Familienweingutes zusätzlich steigern.

Laura Sanz der Bodegas Naia

Laura Sanz, 2025 von Tim Atkin als »Young Winemaker of the Year« ausgezeichnet, ist eine aufstrebende Newcomerin in der D.O. Rueda Weinregion. Sie kehrte nach internationaler Erfahrung in Bordeaux und Neuseeland in ihre Heimat zurück, um den Wert alter Reben mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und traditionellen Praktiken besonders herauszuarbeiten. Ihre Philosophie der Authentizität und des Terroirs zeigt sich in Weinen wie dem Naia Verdejo, der aus alten Reben hergestellt wird. Laura erfährt steigende Anerkennung, die sich auch in der aktuellen Auszeichnung des Masters of Wine Tim Atkin ausdrückt, und sie setzt sich aktiv für die Rolle von Frauen als Weinmacherinnen in der gesamten Region ein.

Prämierte D.O. Rueda Verdejos im TodoVino-Check

Viore Verdejo Organic 2024, Bodegas Riojanas

Im Glas kommt dieser D.O. Rueda Weißwein zuerst frizzelnd daher. Noch sehr jung mit der Gärkohlensäure abgefüllt. Farbe ist leicht gelbgrün und passend zum Jahrgang. Glas an den Riechkolben und der erste Kontakt überrascht: Guave, Steinfrucht, grüner Apfel, Grapefruit-Schale, leicht Menthol und Getreide. Vielschichtig und der grüne Eindruck wirkt erfrischend.

Leicht bitter im Mund, frische Säure, strukturiert und lang. Die erste Frage, die uns bei dem Bio-Verdejo aufkam war, ob er mit der Umgebungshefe vergoren ist.

Der Viore ist einer der frischesten Verdejo-Weine, die bisher in die Redaktion kamen. Die Aromatik macht Spaß und das Grüne gibt ein fantastisch frisches Empfinden, das Lust auf den ersten Lippenkontakt macht. Ein sehr gelungener Rueda Verdejo!

Palo Norte 2020, Bodega Rodriguez y Sanzo

Der erste Eindruck ist: Was haben wir hier? Erinnert an Sherry, ist aber viel zu fruchtig und eigentlich auch anfänglich sehr wenig kommunikativ. Mit leicht Luft kommen Hefearomen, Kräuter, gelbe Frucht nach Aprikose, frische Mandeln, Grapefruit und etwas Röstaromen, alles passt perfekt und ist wie aus einem Guss. Und wie aus dem Nichts kommt noch Heu um den Glasrand. Erstaunlich!

Ein anspruchsvoller Verdejo-Wein, um lange die Nase reinzuhalten und dick einzuatmen. Hier ist der Abend ein Aromenvolksfest und man wird nie alles fertig riechen - Höchstspannendes aus der D.O. Rueda Weinregion.

Muedra Verdejo 2023, Bodega Muelas de Tordesillas

Da ist es wieder, was Verdejo ausmacht. Ordentlich tropische Aromen nach Mango, endlos Banane und einige Gummibärchen darübergestreut.

Kurz cremig im Mund, kein intensives Säureempfinden, aber der Mund sagt: Sauer! Die Reaktion auf den Wein lässt nicht auf sich warten. Der Mund zieht sich zusammen und das Schnütchen kommt zum Vorschein. Insgesamt bleibt noch ein auskleidendes dickes Gefühl am Gaumen, welches lange bestehen bleibt.

Rueda kann auch süß und reif

De Alberto Dorado ohne Jahrgang, Bodegas De Alberto

Der Wein ist schon etwas fürs Auge. Satinierte Flasche, dickes Gelb bahnt sich seinen Weg durch die Wände und ein Glasverschluss ist noch das Juwel auf dem Erscheinungsbild.

Zuerst erscheint das ein oxidativer Ausbau zu sein mit nussigen Aromen. Dann betreten reife gelbe Frucht und weiße Blüten die Bühne. Die Quitte grüßt die Versammlung und wird von der getrockneten Aprikose begleitet.

Was in der Nase auf etwas Dichtes, Dickes, Süßes im Mund hindeutet, stellt sich als angenehm über die Zuge gleitende Süße heraus. Die Nüsse scheinen in einem Aprikoseneis an Membrillo zu entspannen und wollen die Zunge gar nicht mehr verlassen.

Wenn alte Stile einer Weinregion so schmecken, dürfen gerne noch weitere historische Weine ausgegraben werden.

Prehistórico Orbita Gran Vino 2023, Bodegas Naia

Das Auge nimmt eine leichte Farbe im Glas wahr, die erstmal keine Intensität vermuten lässt. Bei der Annäherung ans Glas kommen bereits die ersten würzigen Aromen. Leicht Heu, dazu reife gelbe Frucht, dezent floral und sehr elegant, fast verspielt. Gebackene Süßkartoffel und Karamell kündigen der Nase an, was im Anschluss kommt. Das Holz sagt »Guten Tag!« zu den Geschmacksknospen. Sauber, klar und es flaniert mit dem Wein Hand in Hand aus dem Glas in den Mund. Aromen nach Graphit tauchen mit etwas Zeit auf und geben dem Wein eine Tiefe, die selbst Apnoetaucher an die Grenzen bringt. Hier nimmt die D.O. Rueda etwas sehr ernst, und zwar die Verleihung der Bezeichnung »Gran Vino de Rueda«.

Eine tiefe Verneigung und großer Respekt an die Kategorie »Gran Vino de Rueda«. Auch die bisher vertretene Meinung, dass Weine aus D.O. Rueda feiner Multivitaminsaft mit Alkohol sind, wird hier klar einkassiert.

Wer mehr davon an die TodoVino-Redaktion schicken möchte, auch völlig unaufgefordert, findet unsere Adresse in den rechtlichen »Must have« Angaben. Wir warten hoffnungsvoll auf Zusendungen und werden über jeden gelieferten D.O. Rueda Wein gerne berichten. ;)

Carrasviñas Félix Gran Vino 2021, Félix Lorenzo Cachazo

Beim Gang ins Glas fällt schon eine dichte, intensive strohgelbe Farbe auf. Entweder etwas mit Holz oder vielleicht eine lange Lagerung, ist ja 2021. Also mal losriechen und völlig irritiert schauen. Moment, könnte Kamille sein, aber auch Oxidation wie Sherry. Nein, erinnert eher an Jura. Phenol springt in die Nase und arbeitet sich die Nase in Freeclimbing Manier nach oben. Woher kommen die Anklänge nach Hefelager oder Getreide? Ein Blick in die Beschreibung verrät den Ausbau: Spontan vergoren ohne Temperaturkontrolle über zwei Wochen. Anschließend im Tongefäß für zwölf Monate mit der Feinhefe und schön regelmäßig das trübe Zeug aufgerührt. Sieht appetitlich aus, gibt aber ein sensationelles Mundgefühl. Und genau das war der Punkt nach dem Aromen raten. Cremig, auskleidend, voll, frisch und gefühlt endlos. Im Kopf geht der Gedanke um, dass hoffentlich niemand zugeschaut hat. Entweder war der Eindruck der völligen Verwirrung sichtbar, weil endlich der heilige Gral gefunden wurde. Oder es sieht einfach blöd aus, wenn man fassungslos ins Glas linst und hofft, der Wein spricht zu einem.

Die Reben wurden 1880 bis 1900 gepflanzt, könnten in dem Alter ja fast reden und sind wurzelecht. Das heißt, sie stehen auf den eigenen »Füßen" und wurden nicht gepfropft, wie es normalerweise der Fall ist. Und wie haben sie Reblaus überlebt? Schließlich wird heute alles auf eine amerikanische Unterlagsrebe gesetzt. Das Zauberwort heißt Sand. Auch die Reblaus benötigt optimale Bedingungen für ihr Unwesen. Und Sand gehört nicht zu den Lieblingsplätzen der Reblaus, ist in der D.O. Rueda aber häufiger anzutreffen.

Fazit: D.O. Rueda rockt!

Wir wußten es ja schon vorher, aber unser Redaktionstasting hat es wieder unter Beweis gestellt: die D.O. Rueda hat nicht umsonst einen besonderen Status in der spanischen Weinlandschaft inne. Die Weinregion Rueda verbindet Sorglosigkeit und Anspruch, Leichtigkeit und Tiefgang, Spaß und Genuss und, in diesem Fall ist es wirklich mehr als eine Phrase: Tradition und Moderne im besten Sinne. Rueda schmeckt einfach immer und allen. Wer gerne Weißwein trinkt, kommt an dieser spanischen Weinregion mit seinen wunderbaren Verdejos nicht vorbei.

Möchtest du noch tiefer in die Welt der D.O. Rueda eintauchen?

Auf www.dorueda.com/de findest du viele aktuelle Infos und auf dem deutschen Instagram Account @ruedawines_de werden regelmäßig neue Weine vorgestellt.

Transparenzhinweis:

Dieser Artikel ist in Kooperation mit der D.O. Rueda entstanden. Alle getesteten Weine wurden der Redaktion von den Weingütern zur Verfügung gestellt. Die Weinbeschreibungen entsprechen ausschließlich der professionellen Einschätzung der Redaktion und wurden in keiner Weise beeinflusst.

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Gläser mit Weißwein auf einem Tisch
©DO Rueda

Rueda ist Spaniens beliebteste Weißwein-Region

Kieselsteine in einem Weinberg
©DO Rueda

Steinige Böden sind ein Markenzeichen der Weinregion DO Rueda.

eine Map der Weinregion Rueda
©DO Rueda

Die DO Rueda Karte

Weinrebe im Sand
©DO Rueda

In den Sandböden der DO Rueda hatte die Reblaus keine Chance.

Rebzeilen in Spanien
©DO Rueda

Der Rueda Weißwein wächst auf rund 21.000 Hektar.

Wein wird in ein Glas eingeschenkt
©DO Rueda

Die meisten Rueda Weine zeichnen sich durch Frische, lebendige Säure und viel Fruchtaromatik aus.

ein Weingut von außen
©DO Rueda

Bodegas Yllera

4 Personen, die lächeln
©DO Rueda

Bodegas Félix Lorenzo Cachazo

EIne Frau mit einem Glas Wein in der Hand
©DO Rueda

Bodegas Naia

Viore Verdejo
©Jörg Philipp | TodoVino Weinmagazin

Viore Verdejo Bio

Bodegas Riojanas

Rodrigo Verdejo rechts
©Jörg Philipp | TodoVino Weinmagazin

Palo Norte Verdejo

Bodega Rodriguez y Sanzo

Muedra Verdejo
©Jörg Philipp | TodoVino Weinmagazin

Muedra Verdejo

Bodega Muelas de Tordesillas

Alberto Verdejo links
©Jörg Philipp | TodoVino Weinmagazin

De Alberto Verdejo Dorado

Bodegas De Alberto

Prehistorico Rueda
©Jörg Philipp | TodoVino Weinmagazin

Prehistórico Orbita

Bodegas Naia

Carrasvinas Rueda
©Jörg Philipp | TodoVino Weinmagazin

Carrasviñas Félix

Félix Lorenzo Cachazo

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