Jetzt haben wir uns den Charakteristika des Weinguts Dominio de Atauta gewidmet, aber starten tun wir dann doch mit zwei anderen Weinen der Bodega La Celestina. Warum? Weil hier ebenfalls das önologische Team der Dominio de Atauta am Werk ist. La Celestina macht aus jüngeren Trauben aus Soria und der Nachbarprovinz Burgos klassische Crianza- und Reserva-Weine zu etwas geldbeutelfreundlicheren Preisen, die auch häufig in der regionalen Gastronomie glasweise ausgeschenkt werden, wie uns eine Mitverkosterin erzählte, die längere Zeit in Soria wohnte. Los ging's mit dem La Celestina Crianza 2021 (14,5 Vol.-%), ein reinsortiger Tempranillo, wie alle folgenden Weine, der 12 Monate in französischen Barriques verbracht hat. Kostenpunkt: rund 15 €. Diese Crianza zeigt ein klassisches Profil mit präsentem Holzeinsatz und spürbaren Tanninen, die nicht pieken und zum dichten, würzigen Charakter beitragen, begleitet von potenter dunkler Frucht. Fazit: Ein schöner kerniger Tapas-Wein, der nicht zu komplex ist und Fans typischer Ribera-Crianzas gefallen wird.
Der Vendimia Seleccionada 2019 von La Celestina (15 Vol.-%) war da schon etwas spezieller. Dieser Reserva-Wein reifte 18 Monate im Barrique und weitere 18 Monate in der Flasche, bevor er für rund 17 € auf den Markt kam. Die Nase verrät sofort, dass dieser Rotwein deutlich potenter ist, aber gleichzeitig weniger würzig daherkommt, die Reifezeit hat Holz und Tannine deutlich gemildert. Der Charakter dieses Weins wird von der Frucht dominiert, hier sticht vor allem die Johannisbeere heraus. Der Wein ist durchaus noch griffig, aber eine Spur feiner und facettenreicher als die La Celestina Crianza, die 15 Umdrehungen sind kaum wahrnehmbar.
Fazit: Die Celestina Reserva ist in der Runde gut angekommen - ein eher untypischer, moderner und unkomplizierter Rotwein für viele Gelegenheiten.