Ein Großteil der Tempranillo-Trauben fließen in den Ferratus A0, den Einstiegswein des Hauses. Diese Crianza (12 Monate in französischen Barriques) aus relativ jungen Reben (über 20 Jahre) bietet bei rund 10 Euro ein außerordentlich gutes Preis-Genuss-Verhältnis für die Ribera del Duero-Region: harmonisch, einnehmend, runde Frucht, ein Hauch Vanille, präsentes, aber gut integriertes Tanningerüst. Toller Tapas-Wein! Das nächste Level bildet der Ferratus Origen ab, ein Reserva. Probiert habe ich die beiden Jahrgänge 2020 und 2021, die noch nicht auf dem Markt sind (der aktuelle Jahrgang ist 2019). Beide Weine, der 21er freilich mehr als der bald erscheinende 20er, haben noch Gerbstoffe, die ein klein wenig Vorlaut wirken – aber zeigen auch sehr viel Potenzial. Der Ferratus Origen, der zwischen 25 und 30 Euro im Laden steht, bietet eine reizvolle Konzentration, schöne, eher rotfruchtige Aromen, eine gute Säure und trotz einnehmender Reifenoten genau die Frische, die zum nächsten Schluck animiert. Die Topweine von Ferratus sind der Sensaciones (40 €), ein Lagenwein eher klassischen Zuschnitts, und der Fusión (35 €), der eine modernere Interpretation eines hochkarätigen Tempranillo aus Ribera del Duero liefert. Während der Sensaciones, von dem ich ebenfalls die beiden noch nicht auf dem Markt befindlichen Jahrgänge 2020 und 2021 probieren konnte, ein ernsthafter, schmeichelnder, balancierter Rotwein mit Tiefe und Länge ist, schlägt der Ferratus Fusión mit konzentrierter Frucht, saftiger Ader und insgesamt etwas jugendlicherem, verspielterem Profil auf. Beides tolle Weine, die sich mit den großen Namen messen können und das zu günstigeren Preisen. Ganz persönlich hat mir es der Ferratus Fusión angetan, dessen dynamische, vordergründigere Frucht mich sofort eingenommen hat. Den Rosado habe ich nicht probiert, aber den Weißwein, 100 % Albillo Mayor, schon (auch wenn ich vergessen habe, ihn zu fotografieren)...eine Granate! Auf der Hefe gereift, sehr wertig und gehaltvoll im Charakter, mit delikaten Aromen, Tiefe und einem langen, genussvollen Abgang. Bei rund 16 € und vor dem Hintergrund des recht hohen Preisniveaus der Ribera del Duero-Weißweine ein Schnapper! Aber bei den wenigen tausend produzierten Flaschen leider immer schnell ausverkauft. Ja, auch in der Ribera del Duero-Region sind Weißweine im Kommen – und meist ziemlich teuer. Man muss schon ein wenig aufpassen, dass man nicht 30, 40, 50 und mehr Euro ausgibt für einen Weißwein, der zwar sauber gemacht und balanciert ist, aber so stark vom Barriqueausbau geprägt ist, dass er ohne eigenen Charakter, etwas zu breit und gähnend langweilig ist.