Weintyp
Espumoso (gesprochen: [es-pu-mo-so]) heißt schlicht »schaumig« und steht auf Schaumweinen, die keine eigene Herkunftsbezeichnung wie Cava tragen.
Cava ist eine eigene D.O. und steht immer explizit als Cava auf dem Etikett. Espumoso begegnet dir bei Schaumweinen aus Regionen oder Projekten, die außerhalb der Cava-D.O. liegen, was nicht bedeutet, dass sie schlechter sind, sondern einfach nur anders.
Clarete (gesprochen: [kla-re-te]) ist eine Besonderheit:
ein traditioneller, kräftiger Roséwein, der aus gemeinsam vergorenen roten und weißen Trauben entsteht. In Deutschland würde man ihn wohl als außergewöhnlich kräftigen Rosé einordnen. Wer das Wort auf einem Etikett sieht, hat etwas in der Hand, das sehr typisch für Spanien ist.
Du suchst einen Dessertwein? Dann halte Ausschau nach Dulce (gesprochen: [dul-se]).
Das bedeutet einfach »süß« und ist der Begriff, den du auf spanischen Etiketten findest, wo wir im Deutschen »Dessertwein« sagen würden. Manchmal auch als Vino dulce ausgeschrieben.
Herkunft
Die Herkunftsbezeichnung ist auf spanischen Etiketten fast immer präsent. Hier die Begriffe, die dir begegnen werden:
D.O.Ca. (Denominación de Origen Calificada, gesprochen: [de-no-mi-na-thion de o-ri-chen ka-li-fi-ka-da]) ist die höchste Herkunftsstufe.
In ganz Spanien tragen aktuell nur zwei Regionen dieses Prädikat: Rioja und Priorat.
Vino de la Tierra (gesprochen: [vi-no de la tje-ra]) ist der »Landwein« mit geschützter geografischer Angabe.
Weniger strenge Regeln als eine D.O., aber keineswegs weniger interessant. Viele spannende Naturweine und Einzellagenprojekte tragen bewusst dieses Label.
Vino de Pago (gesprochen: [vi-no de pa-go]) ist die höchste Qualitätsstufe im spanischen Weinrecht, vergleichbar mit einem Grand Cru in Frankreich.
Dieser Status wird nicht an ganze Regionen vergeben, sondern an einzelne Weingüter, die durch ein einzigartiges Terroir, Geschichte und Kleinklima herausstechen. Ein besonderes Qualitätsversprechen, das direkt auf dem Etikett steht. Hier haben wir dem Vino de Pago einen eigenen Artikel gewidmet.
Weinberg
Auf vielen Etiketten, besonders auf der Rückseite, erzählen ein paar Wörter vom Weinberg selbst. Wer sie kennt, versteht sofort, was die Bodega sagen will.
Viñas viejas (gesprochen: [vi-njas vje-chas], das ñ klingt wie das »ni« in »Spanien») bedeutet »alte Reben«. Reben, die seit Jahrzehnten in der Erde stehen, tragen weniger Trauben, aber oft konzentriertere.
Das Etikett sagt dir damit: Hier wurde nicht auf Masse gesetzt.
Finca (gesprochen: [fin-ka]) ist ein benanntes Anwesen oder Grundstück. Steht Finca auf dem Etikett, gefolgt von einem Namen, weiß du: Die Trauben kommen von einem ganz bestimmten, namentlich bekannten Ort.
Parcela (gesprochen: [par-the-la]) entspricht der deutschen »Lage»:
eine einzelne, klar abgegrenzte Weinbergsparzelle.
Wer Parcela auf dem Etikett sieht, weiß: Alle Trauben in dieser Flasche kommen von ein und demselben Weinbergslage.
Vendimia seleccionada (gesprochen: [ben-di-mja se-lek-thjo-na-da]) heißt »selektierte Lese«. Die Trauben wurden einzeln ausgewählt, nicht maschinell geerntet.
Vendimia nocturna (gesprochen: [ben-di-mja nok-tur-na]) bedeutet »Nachtlese»: Die Trauben wurden nachts geerntet, wenn die Temperaturen kühler sind und die Aromen besser erhalten bleiben.
Altitud (gesprochen: [al-ti-tud]) ist die Höhenlage des Weinbergs.
Spanien ist nach der Schweiz und Österreich das dritthöchstgelegene Land Europas, und gleichzeitig eines der wärmsten Weinländer. Hohe Lagen bedeuten kühlere Nächte, mehr Zeit für die Trauben, Aromen zu entwickeln, mehr Frische im Wein. Wer »850 m Altitud« auf einem Etikett liest, weiß: Die Bodega sagt damit etwas über Qualität, nicht nur über Geografie.
Cosecha oder Añada – ist das das Gleiche?
Fast. Beide Begriffe stehen für den Jahrgang des Weins, und in der Praxis kannst du sie beim Lesen eines Etiketts gleichsetzen. Den kleinen Unterschied: Añada ist der modernere, formellere Begriff, den du häufiger auf qualitätsorientierten Weinen aus DO-Regionen findest. Cosecha ist volksnäher und traditioneller, in manchen Regionen wie Andalusien bis heute der gebräuchlichere Begriff.
Zwei Wörter, eine Bedeutung, zwei Charaktere.
Spanisch im Weinladen: So fragst du nach dem Etikett
Du stehst mit einer Flasche in der Hand im Laden und der Inhaber der Tienda kommt zu dir.
Tú: Perdona, ¿qué significa »embotellado en la propiedad»?
Tendero: Que la bodega lo hace todo ella misma, desde la viña hasta la botella.
Tú: ¿Y la añada? ¿Qué año es este?
Tendero: Del 2021. Un año muy bueno por aquí.
Tú: ¿Y esto que pone aquí, »viñas viejas»?
Tendero: Que las cepas tienen más de cincuenta años. Por eso el vino tiene tanta personalidad.
Tú: Perfecto. Me lo llevo.
Auf Deutsch:
Du: Entschuldige, was bedeutet »embotellado en la propiedad»?
Ladeninhaber: Dass die Bodega den Wein selbst macht, vom Weinberg bis zur Flasche.
Du: Und der Jahrgang? Welches Jahr ist das?
Ladeninhaber: Von 2021. Ein sehr gutes Jahr hier bei uns.
Du: Und was bedeutet das hier, »viñas viejas»?
Ladeninhaber: Dass die Reben über fünfzig Jahre alt sind. Deshalb hat der Wein so viel Charakter.
Du: Perfekt. Den nehme ich.