
Wann hast Du den letzten Mandelkuchen gebacken?
Aber Achtung!
Mandelkuchen ist nicht gleich Mandelkuchen ... oder doch?
Der mallorquinische Mandelkuchen, bekannt als Gató de Almendra, und die Tarta de Santiago aus Galicien sind beides traditionelle spanische Desserts mit einer langen Geschichte. Beide Kuchen nutzen Mandeln als Hauptzutat und sind glutenfrei.
Mandeln spielen in der spanischen Küche eine wichtige Rolle, sowohl wegen ihres charakteristischen Geschmacks als auch aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung. Spanien ist einer der größten Mandelproduzenten weltweit, was das besondere Verhältnis der Spanier zu dieser Nuss erklärt.
Der Mandelanbau hat bereits seit dem Mittelalter auf Mallorca Tradition und als dann im 17. Jahrhundert französische Backtraditionen auf die Insel gelangten wurde ganz schnell aus einem französischen »gâteau« (=Kuchen) ein mallorquinischer »gató«. So erhielt der Gató de Almendra seinen Namen.
Die Tarta de Santiago ist eng mit dem Jakobsweg verbunden und wird in Santiago de Compostela, der Hauptstadt Galiciens, mit dem charakteristischen Jakobskreuz aus Puderzucker dekoriert.
Während der mallorquinische Mandelkuchen auf den Balearen weit verbreitet ist, findet man die Tarta de Santiago vor allem im Nordwesten Spaniens, sie ist aber im ganzen Land bekannt und beliebt.
Heute möchte ich dir nun ein spanisches Mandelkuchen-Rezept an die Hand geben, das perfekt für beide passt und dir ausserdem noch Raum für deine persönlichen Vorlieben lässt. Da ich keine Schablone für das Jakobskreuz hatte, habe ich mich entschieden, dass mein Kuchen eine mallorquinische Variante wird. 😉
Rezept für mallorquinischen (glutenfreien) Mandelkuchen (Gató de Almendra)
Zutaten:
6 Eier
200–250 g gemahlene Mandeln
150–250 g Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker oder Vanilleextrakt
1 TL Zimt
Abrieb einer Bio-Zitrone (optional auch Orange)
1 Prise Salz
Butter für die Form
Puderzucker zum Bestäuben, nach Belieben

Zubereitungsschritte für den spanischen Mandelkuchen
Vorbereitung von Backofen und Form:
Heize den Backofen auf 160–170 °C (Umluft) vor.
Lege eine Springform (Ø 26 cm) mit Backpapier aus und fette den Rand ein, damit der Kuchen sich später leichter löst.
... ich habe eine Silikonform mit Glasboden verwendet und daher alles nur mit Butter eingefettet.
Zitronenzesten vorbereiten:
Ziehe die Zitronenzesten sanft mit einem Zestenreißer ab. Achte darauf, nicht zu tief in die weiße Haut zu schneiden, da diese bitter schmecken kann.
Falls dir das zu umständlich ist, kannst du natürlich auch die fertigen »Zitronen- bzw Orangenback« aus dem Supermarkt verwenden ... aber sie sind natürlich nicht ganz so aromatisch
Tipp: die geschälte Zitrone kannst du wunderbar in Scheiben schneiden und für Mineralwasser oder Tee weiter verwenden

Eier trennen:
Trenne das Eiweiß vom Eigelb und stelle beide in separaten Schüsseln bereit.
Eigelbmischung herstellen:
Siebe den Puderzucker über die Eigelbe.
Füge anschließend Vanillezucker und Zimt nach Belieben hinzu und verrühre die Mischung, bis sie schaumig wird.

Mandeln und Zitronenzeste einarbeiten:
Rühre die Zitronenzeste und die gemahlenen Mandeln unter die Eigelbmischung, bis alles gut vermengt ist.
-> Falls Du jetzt schon im kompletten »Mandelfieber« bist - auch das spanische Nugat wird aus Mandeln hergestellt und wir können dir diesen Artikel nur wärmstens empfehlen <-
Eiweiß steif schlagen:
Schlage das Eiweiß mit einer Prise Salz steif. Um zu testen, ob das Eiweiß steif genug ist, drehe die Schüssel vorsichtig um. Wenn das Eiweiß in der Schüssel bleibt und nicht herausläuft, ist es perfekt geschlagen.

Eischnee unterheben:
Hebe nun den Eischnee mit einem großen Holzlöffel vorsichtig unter die Eigelbmischung, um die luftige Konsistenz zu bewahren.
In die Form füllen und backen:
Gib den Teig in die vorbereitete Form.
Als Variation kannst du Mandelblättchen auf die Oberseite streuen; für die klassische Variante lässt du sie weg.
Backe den Kuchen für 45 bis 55 Minuten und schaue nach 30 Minuten nach, ob der Kuchen nicht zu dunkel wird; wenn nötig, decke ihn mit etwas Alufolie ab.
Der Kuchen ist fertig, wenn beim »Stäbchentest« kein Teig am Stäbchen/Spieß hängen bleibt.

Tarta de Santiago und Gató de Almendra
Nachdem du jetzt also schon mal deinen spanischen Mandelkuchen im Backofen hast, kannst du die restliche Backzeit nutzen, um noch einmal genau zu erfahren, was denn jetzt wirklich die Unterschiede bzw Gemeinsamkeiten der Tarta de Santiago und des Gató de Almendra sind.
Gemeinsam ist beiden Gebäckvarianten:
Beide Kuchen basieren auf einer Mischung aus Mandeln, Eiern und Zucker und haben eine lange Geschichte, die Jahrhunderte zurückreicht.
Die Zubereitungsart sowie die Tatsache, dass sie ohne Mehl auskommen, machen sie zu einer glutenfreien Leckerei.
Beide werden häufig mit Zitrusschalen verfeinert, um das Aroma zu verstärken.
Besonders an der Tarta de Santiago | Besonders an der Gató de Almendra |
|---|---|
Stammt aus Galicien und ist stark mit dem Jakobsweg verbunden. | Ursprünglich aus Mallorca, mit Einflüssen der französischen Küche (»gâteau«). |
Dekoration mit dem Jakobskreuz aus Puderzucker ist ein typisches Merkmal, das den traditionellen Bezug zeigt. | Die Verwendung von mallorquinischen Mandeln verleiht dem Kuchen ein einzigartiges Aroma. |
Also ganz ehrlich - für mich überwiegen die Gemeinsamkeiten.
Nach allem was ich recherchiert habe erscheint es mir, dass der Teig aus den gleichen Zutaten hergestellt wird und am Schluss ist es dann nur noch eine Frage ob »mit oder ohne Kreuz« 🙃

Variationsmöglichkeiten für spanische Mandelkuchen Rezepte
In der Zwischenzeit ist denke ich klar geworden, dass es ganz klare Vorgaben für die klassischen Varianten gibt ...
... aber wenn du gerne in deiner Küche experimentierst, dann hätte ich hier noch einige Ideen für dich ...
Mit folgenden zusätzlichen oder alternativen Zutaten kannst du deine persönliche Note in den Kuchen einbringen:
Ein Schuss Orangenblütenwasser oder Orangenlikör verstärkt die fruchtige Note.
Verschiedene Sherry, Brandy oder Liköre können eine wunderbare Extra-Note verleihen.
Schokostückchen oder Schokodrops bieten eine leckere Abwechslung.
Frische Früchte wie Feigen oder Aprikosen können in den Teig gedrückt werden für noch mehr Saftigkeit.
Vollrohrzucker statt Puderzucker oder Vanillepaste setzen ganz neue aromatische Akzente.
Gemahlene Mandeln mit oder ohne Haut verleihen dem Kuchen unterschiedliche Texturen.
Zimt / Orangenschalen / Zitrusschalen können je nach Geschmack in der Menge variiert oder auch ganz weggelassen werden.
Und zu guter Letzt ... mit einer Kugel Eis oder einem Löffel Sahne kannst du das Dessert ebenfalls lecker ergänzen

Getränkeempfehlungen zu spanischem Mandelkuchen
Wir wären ja kein richtiges Weinmagazin, wenn wir nicht an dieser Stelle auch eine Empfehlung für das passende Getränk geben würden, oder?
Hier sind einige Empfehlungen, die die Aromen des Kuchens ideal ergänzen, mit und ohne Alkohol:
Sherry
Sherry passt hervorragend zu Mandelkuchen wie der Tarta de Santiago oder dem Gató de Almendra. Wir empfehlen besonders einen reichhaltigen Oloroso-Sherry, dessen warme, nussige Aromen den Mandelgeschmack des Kuchens wunderbar ergänzen.
Auch süße Sherrysorten wie Cream Sherry oder Pedro Ximénez werden oft zum Mandelkuchen serviert und können sogar in der Zubereitung verwendet werden, um dem Kuchen zusätzliches Aroma zu verleihen - aber das haben wir ja bereits zuvor erwähnt.
Tipp:
Wenn Du an dieser Stelle noch einmal einen kleinen Überblick über die verschiedenen Sherryarten benötigst, empfehlen wir dir gerne diesen ArtikelSpanischer Brandy
Die warme, karamellige Note von spanischem Brandy passt perfekt zur subtilen Süße des Kuchens und verstärkt dessen Aromen.Kaffee
Ein leckerer »Café solo« liefert einen willkommenen Kontrast zur Süße des Kuchens und betont die vielfältigen Geschmacksnoten, wobei die Bitternote des Kaffees bestens durch die Süsse des Kuchens gepuffert wird.Tee
Ein milder, nicht aromatisierter schwarzer Tee, wie Darjeeling oder auch ein kräftiger Rooibos, bietet eine ausgewogene Begleitung, die die geschmacklichen Nuancen des Mandelkuchens nicht überdeckt.Mandellikör (Licor de Almendra)
Ein klassischer Begleiter, der den Mandelgeschmack des Kuchens wunderbar unterstreicht und vertieft.Kräuterliköre
Der mallorquinische Kräuterlikör Tunel bietet eine interessante geschmackliche Ergänzung durch seine komplexen fruchtigen und kräutrigen Aromen.Süße Dessertweine
Ein Glas Muscatel oder ein anderer süßer Dessertwein harmoniert hervorragend mit der nussigen Süße des Mandelkuchens und rundet das kulinarische Erlebnis ab.

Ach - und ein ganz kleiner Fun-Fakt noch zum Schluss:
Falls du auf Mallorca einmal keine Lust auf Kuchenbacken hast und dir einen Gató de Almendra in einem Restaurant oder Café bestellst, dann achte bitte darauf, dass du das »o« betonst, sonst bestellst du zum Amüsement des Servicepersonals eine »Katze aus Mandeln« 😉
(gato - Betonung auf »a« = Katze im Gegensatz zu
gató Betonung auf »o« = Kuchen)
In diesem Sinne - lass es dir schmecken.
Buen provecho!

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