Theorie ist bekanntlich trocken – ganz im Gegensatz zu Wein. Zur liquiden Begleitung des Artikels haben wir zwei Flaschen Albariño geöffnet: mit dem Martín Códax Albariño und dem Mar de Frades Albariño zwei sehr beliebte Exemplare, die in fast jedem spanischen Supermarkt erhältlich sind. Beide Weine sind aus dem Jahrgang 2023 und kosten vor Ort 14 bzw. 18 Euro.
Die Albariño-Probeflaschen:
Martín Códax Albariño 2023, DO Rías Baixas, 12%
Mar de Frades Albariño 2023, DO Rías Baixas, 12,5%
Die Weine sind die Bestseller von zwei Big Playern im Albariño-Business, die Hunderttausende bzw. im Fall von Martín Codax Millionen Flaschen jährlich produzieren. Insofern spiegeln sie für viele Menschen den typischen Albariño wider. Interessanterweise starten beide Weine mit einer recht ausgeprägten, aber sich rasch abschwächenden reduktiven Note (Schwefelalarm), der Martin Codax mehr als der Mar de Frades... das haben wir auch schon mal anders erlebt bei diesen Weinen. Während der Martin Codax Albariño sich mit eher gedeckten Zitrusnoten, kräftiger Säure und einem kürzeren Abgang als Speisebegleiter empfiehlt, ist der Mar de Frades Albariño expressiver, herber (die leicht künstlich wirkende Frucht pendelt zwischen Grapefruit und Pfirsich) und spritziger, was ihn zu einem guten Terrassenwein macht.
Haben diese beiden Albariños wie Rieslinge geschmeckt? Nein, nicht so ganz, auch wenn unverkennbar Parallelen da waren. Aber diese Einstiegsweine der beiden bekannten Bodegas sind freilich auch nur ein kleiner Ausschnitt aus der großen Albariño-Welt....da ist noch viel Luft nach oben!
Übrigens: Wir haben diese kleinen Probeschlücke zum Anlass genommen, um eine größere Albariño-Probe zu organisieren, bei der auch mehr kleinere und handwerklich arbeitende Weingüter vertreten waren, um ein vollständigeres Bild dieser Rebsorte zu zeigen. Hier gelangst du zum Artikel: 10 Albarino-Weine aus Rias Baixas im TodoVino-Test
Fazit Albariño vs. Riesling: Zwei große, aber unterschiedliche Rebsorten
Wie schmeckt Albariño im Vergleich zum Riesling? Beide Weine haben viel Säure, beide Weine werden häufig von Zitrusaromen getragen. Dennoch zeigt sich Albariño häufiger (nicht immer!) »etwas wärmer« und breiter als ein typischer Riesling.
Albariño und Riesling sind trotz Ähnlichkeiten immer noch unterschiedliche Charaktere. Das schließt nicht aus, dass ein Albariño nicht auch mal wie ein Riesling schmeckt und umgekehrt – aber im Allgemeinen machen sich die unterschiedlichen Standortbedingungen – hier das feuchtwarme Atlantikklima (sooo kühl wie immer behauptet ist es dort nicht), dort das extremere Kontinentalklima – dann doch bemerkbar. Die DO Rias Baixas, das Hauptanbaugebiet für Albariño kommt bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von rund 12 Grad auf jährlich rund 2.200 Sonnenstunden und Niederschlagsmengen von 1.600 mm, während Rheinhessen bspw., nach der Pfalz das größte Rieslinganbaugebiet in Deutschland, auf rund 1.900 Sonnenstunden und weniger als 500 mm Regen pro Jahr kommt, bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,5 Grad (Tendenz steigend).
Jedenfalls ist Albariño, ebenso wie Riesling, eine fantastische Weißweinsorte! Probieren und Erkunden lohnt unbedingt.
Eine gute Auswahl an Albariño-Weinen findest du bspw. bei Hawesko!
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