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22. Juli 2026

In Rueda auf der Suche nach dem ursprünglichen Verdejo

Ruedas bestgehütetem Geheimnis auf der Spur

Rueda. Genau, da wo dieser tropisch-fruchtige Weißwein herkommt, der so gut auf der Terrasse schmeckt. Wir hatten schon mehrfach über die Verdejos aus dieser Region berichtet, zum Beispiel hier und hier. Aber was ist das eigentlich für eine Region, diese weiße Insel in einem Meer aus Rotwein? Ich habe schon so viele spanische Weinbaugebiete (mehrfach) besucht, aber in Rueda war ich bis dato noch nie gewesen. Immer nur auf dem Weg nach Madrid vorbeigedüst und die Schilder und Bodegas vorbeirauschen sehen. Also bin ich spontan hingefahren, als sich überraschend ein freies Zeitfenster von ein paar Tagen eröffnete. Da ich im Norden Spaniens wohne, habe ich es ja nicht so weit.

Diesmal wollte ich nicht einfach nur Wein trinken und Bodegas abklappern, sondern mir vor allem einen Eindruck verschaffen von Land und Leuten in dem touristisch und auch ansonsten eher wenig beachteten Landstrich südwestlich von Valladolid. Der landschaftliche Kontrast ist jedenfalls enorm: vom milden, üppiggrünen Asturien ging es über das Kantabrische Gebirge in die trockene und karge nördliche Meseta. Nachdem ich León passiert habe, wurde es heiß, windig und flach wie die Witze von Fips Asmussen. Überall Landwirtschaft, die Besiedelung ist ebenso spärlich wie der Baumbestand. Böse Zungen würden diese Region vielleicht öde nennen, aber sagen wir mal, die fehlende Ablenkung, die nicht vorhandenen optischen Reize haben etwas Entspannendes und laden zur Kontemplation ein – wo finden wir heute noch sowas in unserer schnelllebigen Welt, wo jede:r und alles nach Aufmerksamkeit heischt?

Nicht, dass es auf dem Weg keine Highlights gäbe! Weit entfernt! Wir passieren die Lagunen von Villafáfila, eines der letzten Refugien (und offenbar das weltweit größte) der Großtrappe. Die Großtrappe ist ein korpulenter, gemütlich gesinnter Vogel, der lieber herumsteht und läuft als fliegt, wobei er fliegen kann, wenn er denn will – tatsächlich ist er mit einem Körpergewicht von bis zu 16 Kilogramm einer der schwersten noch flugfähigen Vögel der Welt. Vor einiger Zeit bin ich mal mit Entdeckergeist und offenen Augen durch diese Region gewandert, aber der Anblick von Großtrappen war mir nicht vergönnt. Vereinzelt herumstreunende Vogelkundler (alles Männer in Tarnkleidung) bestätigten mir jedoch die Anwesenheit dieses zivilisationsgeschädigten Vogels. Dafür hatte ich zahlreiche imposante Bauwerke gesehen, die vor langer Zeit als Taubenschlag errichtet wurden – eine weitere Besonderheit dieser Region. Ja, es gibt viel zu entdecken jenseits der berühmten ausgetretenen Pfade, auch wenn diese Art der Entdeckungen vermutlich nur wenigen Menschen einen erhöhten Pulsschlag bescheren dürfte. Besser so, denn irgendwo muss man ja als Großtrappe auch mal seine Ruhe haben. Aber zurück zum Wein.

Spanische Weine kaufen bei heimwein
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Höhensonne: Rueda liegt auf der Meseta

Weiter geht’s Richtung Rueda, vorbei an Weizenfeldern, Ruinen, verlassenen Hotels und noch mehr Weizenfeldern. Die wenigen kleinen Dörfer mit ihren niedrigen lehmfarbenen Häusern unterscheiden sich kaum von der Umgebung, Wer die Region nicht kennt: Wir befinden uns auf rund 800 Metern über dem Meeresspiegel, aber die einzigen sichtbaren Erhebungen weit und breit sind die Strommasten. Die kastilische Hochebene, die iberische Meseta oder auch iberische Hochebene, ist mit über 200.000 km² die größte ihrer Art in Europa und bedeckt einen großen Teil des spanischen Inlands. Hier herrscht ein ausgeprägt kontinentales Klima mit heißen Sommern, kalten Wintern und großen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden.

Kurz vor der Ankunft in Rueda wird die Landschaft etwas freundlicher, die Straßen kurviger, ein paar Bäume hier, ein kleiner Hügel dort. Und dann die ersten Weinberge und Bodegas. Wer jetzt Postkartenmotive vor Augen hat, dürfte enttäuscht werden. Die Region Rueda gleicht eher einem weitläufigen Gewerbegebiet, wo man um große Lagerhallen endlose Reihen Weinreben gepflanzt hat. Gut, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber ganz falsch ist das Bild auch nicht. Manche dieser Hallen verfügen im Eingangsbereich immerhin über ein paar dekorative Elemente, andere verzichten weitgehend darauf. Sogar die Rioja-Ikone Marqués de Riscal, die in den 1970er Jahren zu den ersten und wichtigsten Impulsgebern der Rueda-Region gehörten, verfügt hier über einen vergleichsweise schlichten Zweckbau. Natürlich gibt es ein paar rühmliche Ausnahmen, die das ästhetische Empfinden von Besuchenden, die der romantischen Idee von Wein als Kulturgut anhängen, nicht ganz so arg strapazieren. Aber diese Region lebt eben nicht vom Weintourismus, sondern vom Wein produzieren und verkaufen. Der Boom des Verdejo-Weins führte dazu, dass überall Wein gepflanzt wurde, an geeigneten und weniger geeigneten Stellen – aber für die meisten Weine spielt das eh keine große Rolle.

Ein paar Menschen schauen in Rueda schon vorbei, vornehmlich Tagestourist:innen. Rueda ist übrigens ein Dorf. Nach diesem Dorf wurde die Denominación de Origen benannt, also die Herkunftsbezeichnung DO Rueda. Fast hätte die Weinregion La Seca gehießen, nach dem Nachbardorf, in dessen Gemeindegebiet mehr Weinbaufläche liegt als in Rueda, aber die Abstimmung ging damals knapp zugunsten von Rueda aus. Aber das nur am Rande. Während die großen Bodegas in und um La Seca und Rueda liegen, hat letzteres, direkt an der Autobahn gelegen, deutlich mehr touristische Infrastruktur, wie Bars und Weinläden. Viel los war Ende Juni dennoch nicht. In einer Weinhandlung erstand ich unter anderem einen vino rancio. Bevor der fruchtig-frische Weißweintypus Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre aufkam, für den die Rueda-Region heute steht, war dies der typische Wein der Zone. Ein vino rancio ist ein meist aufgespriteter (auf rund 15%), oxidativ ausgebauter, trockener Wein – im Falle von Rueda ein Weißwein, meist ein Verdejo. Die Weine werden in großen, ballonartigen Glasflaschen, den sogenannten damajuanas, über viele Monate in die Sonne gestellt und im Anschluss kommen sie häufig zur weiteren Reifung in Holzfässer. Da lernt man immer, dass man Wein vor großer Hitze schützen muss und dann das... Das Ergebnis jedenfalls ist äußerst spannend und dürfte vor allem Sherryfans begeistern, mit goldbrauner Farbe und Aromen von Nüssen, Trockenobst, Karamell und Gewürzen. Es gibt auch einen biologisch ausgebauten (d. h. unter Florhefe gereiften), noch trockeneren Pálido in Rueda, der stärker an einen Fino Sherry erinnert, aber diese Weinart ist sehr selten und kaum zu finden, daher spare ich mir an dieser Stelle weitere Details.

Vinos rancios, die heute in der Region Rueda Dorados genannt werden, sind heute eher eine Randerscheinung, aber unbedingt probierenswert! Das absolute Gros der Weine vertritt den (mittlerweile nicht mehr ganz so) neuen Weißwein-Stil – frisch, fruchtig, uniform. Als Weinaficionado interessieren mich solche Weine freilich nicht die Bohne. Aber bitte nicht falsch verstehen: ich finde es absolut legitim, gerne einen bestimmten Stil zu suchen bzw. zu trinken. Mir geht es bspw. beim Bier so. Wenn ich Lust auf ein schönes kaltes Bier habe, greife ich meist zu zwei, drei bewährten Marken. Da weiß ich, was ich kriege und genau darauf habe ich in dem Moment auch Lust. Keine Experimente, keine Enttäuschungen, keine intellektuelle Anstrengung. Die meisten Rueda-Weine sind genau so. Ein nach Rezept fabrizierter Wein mit gleichbleibender Charakteristik. Sauber gemacht, aber eben kein Wein, der von seiner Lage oder seinem Jahrgang oder der besonderen Philosophie des Weinguts erzählt. Für Weinfreaks sterbenslangweilig. Für andere genau das, was sie suchen. Beides in Ordnung.

Da wir bei TodoVino als Weinfans für Weinfans schreiben, interessieren uns natürlich die Perlen, die im steinigen Boden von Rueda versteckt sind. Wenn man genau hinschaut und den einen oder anderen für die Region typischen Kieselstein hochhebt, findet man sie: die paar Dissidenten, die sich Authentizität auf ihre Piratenflaggen geschrieben haben und nonkonform arbeiten. Oder ursprünglich und authentisch – eine Perspektivfrage. Bei meinem kurzen Rueda-Trip besuchte ich zwei herausragende Vertreter der Region, die in ihren Bereichen zweifelsfrei mit die besten Weine produzieren: Barco del Corneta und Basa, das Rueda-Projekt von Wein-Indiana Jones Telmo Rodriguez.

Barco del Corneta: »Rettungsboot“ für den echten Verdejo?

Das Wahrzeichen der Bodega Barco del Corneta ist ein gefaltetes Papierboot. Kreativerweise haben sie dies in der Struktur des Hallendachs abgebildet, wie auf Fotos im Internet zu sehen ist. Als ich mich La Seca nähere, halte ich natürlich Ausschau nach weißen, bootförmigen Giebeldach-Elementen – vergebens. Sieht man nämlich nur, wenn man aus Richtung des nordöstlich gelegenen Nachbardorfes Serrada anfährt, während ich aus dem westlichen Rueda angedüst komme. Na toll. Aber immerhin wurde ich vor Ort sehr nett empfangen von Beatriz. 2007 startete sie ihre ersten Gehversuche in der Weinwelt, ein paar Jahre später gründete sie das Weingut, kurz darauf gesellte sich ihr Lebensgefährte Félix dazu, mit dem sie heute die Bodega Barco del Corneta durch die aufgewühlten Gewässer der Weinwelt navigiert.

Das Weingut ist ein unscheinbares Haus mitten im Dorf, das zuvor bereits im Besitz von Beas Familie war. Nichts deutet darauf hin, dass hier einer der besten Verdejos Spaniens entsteht. Ebenso ahnt der arglose Besucher aus der Ferne etwas vom Innenleben: Unter dem Haus befindet sich ein erstaunlich weitläufiger Weinkeller, der etwa im Jahr 1800 in den harten Stein gehauen wurde. Wobei, für die Region sei das gar nichts Besonderes, nahezu alle alten Häuser im Dorf verfügten über diese Keller, erklärt Beatriz. Auf diese Weise wurden die selbst produzierten Weine früher vor der sengenden Hitze der Meseta geschützt. Während die Keller noch stehen, ist von den alten Weinbergen heute nicht mehr viel übrig. Die meisten Reben in der Rueda-Region sind relativ jung, unter 30 Jahre, im Spalier bepflanzt, damit die Arbeit und Lese mechanisiert werden kann. Der Ansatz von Barco del Corneta ist genau das Gegenteil: alte Reben und Handarbeit. Was dieses vergleichsweise kleine Familienweingut hier treibt, ist in Rueda tatsächlich besonders, denn hier dominieren Großbetriebe, wie eingangs schon beschrieben. Hinzu kommt die Philosophie der minimalen Intervention und der Verzicht auf Aromahefen und derlei Helferlein. Herauskommen Weine, die nicht wie die »typischen« Rueda-Weine schmecken. Aber was ist in diesem Zusammenhang nun typisch: der geprägte Stil oder der natürliche? Ein schönes Diskussionsthema für einen launigen Weinabend! Jedenfalls tragen die Barco del Corneta Weine nicht das Siegel der DO Rueda, sondern sind als Vino de la Tierra de Castilla y León gekennzeichnet. Anfangs, weil Bea mit ihrer geringen Produktion nicht zugelassen wurde, heute, weil sie das Siegel nicht mehr will. Gerade aus dem Weinhandel und der gehobenen Gastronomie bekomme sie signalisiert, dass das Rueda-Siegel Weinfreaks eher abschrecke, erzählt sie, auch wenn es darunter natürlich auch gute und hochwertige Weine gebe.

Ein Großteil der Produktion von rund 100.000 Flaschen von Barco del Corneta entfällt auf den Einstiegswein Cucú, quasi der Gutswein. Der reinsortige Verdejo fühlt sich ebenfalls auf der Terrasse wohl mit seiner guten, animierenden Säurestruktur und steinig-würzigen, floralen und zurückhaltenden dunkelfruchtigen Aromen. Der in Weinkreisen bekannteste Wein heißt einfach Barco del Corneta und ist – entschuldigt die mangelnde journalistische Distanz – ein Brett von einem Verdejo. Ein phänomenaler Wein ohne tropische Aromen, dafür mit Noten von Fenchel und weißen Früchten, der Struktur, Intensität und Balance auf höchstem Niveau vereint und zweifellos zu den besten Verdejos Spaniens zählt. Komplex und persistent, dabei aber sehr eingängig. Merkwürdig, dass noch kein deutscher Vertrieb oder Händler auf diesen Wein aufmerksam geworden ist (in Deutschland sowie Österreich sind die Weine nur über die Direktvertriebsplattform WirWinzer* erhältlich sowie, zusätzlich auch in der Schweiz, über den international tätigen spanischen Weinshop Decántalo*). Ich mache keinen Hehl daraus, dass dieser Wein mein Favorit ist, auch wenn der Rest des Sortiments ebenfalls sehr spannend ist, wie der karge Verdejo La Silleria oder der sich faszinierend entwickelnde Naturwein Loseco aus Viura und Verdejo. Daneben werden mit dem El Judas bzw. Las Envidias auch ein reinsortiger Viura bzw. Palomino hergestellt – ebenfalls zwei typische Rebsorten der Region – sowie zwei Rotweine.

Ein Weingut, das man sich unbedingt merken sollte, wenn man einen natürlicheren Ausdruck von Verdejo sowie Gebietscharakter der Region erleben will.

Telmo Rodriguez: Unterwegs in beiden Verdejo-Welten

Anderntags treffe ich mich mit Nacho auf einen Kaffee in einer Bar in Rueda. Nacho arbeitet als Önologe in den Weinprojekten von Telmo Rodriguez in Kastilien-und-León und ist als solcher auch für die Basa-Weine in Rueda verantwortlich. Eine physische Bodega haben sie hier nicht, Telmo Rodriguez hat sich bei einer anderen Bodega eingemietet, wie er es auch in einigen anderen Regionen tut. Während die meisten Weinprojekte von Telmo vergleichsweise niedrige Auflagen haben, ist der Basa mit rund 400.000 Flaschen ein echter Volumenwein und Verkaufsschlager – aber immer noch klein im Vergleich zu den anderen großen Bodegas in der Region. Der 2025er Basa ist bereits der 30. Jahrgang dieses Weins. Nachdem Marqués de Riscal in den 1970er-Jahren den Grundstein für den modernen Verdejo-Stil in Rueda gelegt hatte, gehörte Telmo Rodríguez in den 1990er-Jahren zu jener neuen Generation von Winzern, die stärker das Qualitäts- und Herkunftspotenzial der Region herausarbeiten wollten. Im Falle des Basas bedeutet das, dass dieser Weißwein immer noch als »typischer« Verdejo gesehen werden kann, aber mit mehr Substanz. Ein aromatischer, eingängiger Wein mit guter Balance und schönem Fruchtausdruck – wir haben ihn bei TodoVino schon mehrfach verkostet.

Nach dem Kaffee geht es in außerhalb Ruedas, bei La Seca gelegene Weinberge. Weit und breit ist der gesamte sand- und kalkhaltige Boden mit hühnereiergroßen Kieselsteinen bedeckt. Wir laufen entlang der endlosen Verdejo-Reihen, aus denen Trauben für den Basa gewonnen werden (der im Übrigen mit etwas Viura für etwas mehr Struktur und Balance cuvetiert wird). Die Reben sind oben etwas wilder als man es von Deutschland gewohnt ist, um den Trauben Schatten zu spenden. Absolut verständlich, in der Hitze wünsche ich mir ebenfalls nach wenigen Minuten ein schattiges Blätterdach. Direkt nebenan ein anderer Weinberg, alte Buschreben, die wie blätterbehangene Oktopusse auf dem steinigen Flussschwemmboden ruhen, alle Arme von sich gestreckt. Hier wachsen die Verdejotrauben, aus denen der Top-Wein El Transistor entsteht. Geringerer Ertrag und Handlese inklusive, keine 10.000 Flaschen wurden vom Jahrgang 2025 abgefüllt.

Nach kurzer Zeit fahren wir in einen nahegelegenen schönen Pinienhain, um Schutz vor der Sonne zu suchen. Dieser Ort beschert dann doch etwas Naturromantik, wirklich sehr schön. Die nahegelegenen Weinberge stehen, wie der mit Piniennadeln bespickte Wald-, auf einem feinem Sandboden, der Assoziationen an einen gepflegten Strand weckt. Nacho packt den Picknicktisch und den Käse aus...und lacht, während er mir erzählt, dass es in Spanien das Sprichwort que no te lo den con queso gibt. Das bedeutet »lass ihn dir nicht mit Käse reichen» und hat seinen Ursprung darin, dass früher fehlerhafte Weine häufig mit kräftigem Käse serviert wurden, um die Weinmängel zu überdecken. Bei den Basa-Weinen ist das freilich nicht nötig, aber es war dennoch eine gute Idee, denn der gereifte Schafskäse war hervorragend – Rueda ist nämlich auch eine exquisite Käseregion.

Auf den Basa bin ich ja schon eingegangen: ein toller Terrassenwein im besten Sinne. Der El Transistor hingegen entspricht hinsichtlich Herstellungsart und Charakteristik mehr dem »ursprünglichen« Verdejo, den auch Barco del Corneta herauszuarbeiten versucht. Hier erfolgen wenige Eingriffe, die Gärung startet spontan mit wilden Hefen. Während die Gärung und Reifung des Basa ausschließlich im Stahltank erfolgt, kommen für den El Transistor gebrauchte Holzfässer zum Einsatz. Dieser reinsortige Verdejo ist viel ernsthafter und karger als die Basis. Ein komplexer Verdejo mit feiner Säurestruktur und Anklängen an warme, reife Zitrusfrüchte, sehr kräuterig, steinig, voluminös, mit langem Abgang, der eine kleine Bitternote hervorbringt. Der Wein hat viel sapidez, wie man in Spanien so schön sagt. Spannend und ein gutes Beispiel für das »andere Rueda«, das aktuell zurecht an Momentum gewinnt.

Wenn du diese Weine selbst entdecken möchtest, findest du sie bei vinos.de*.

Fazit zur neuen alten Verdejo-Welle?

Es steht bereits alles im Text: es lohnt sich unbedingt, sich nicht von den bunten, lauten Terrassenverdejos »abschrecken« zu lassen und die feinen, dichten, manchmal auch kargen und subtilen Vertreter der Rueda-Region kennenzulernen. Neben Barco del Corneta und Telmo Rodriguez sind das bspw. Cantalapiedra, Ossian oder auch in Teilen Menade und ein paar andere, die mit ihren Weinen einen Terroirausdruck suchen. Viele sind es nicht, was es umso spannender macht.

Eine Auswahl an Verdejos findest du bspw. hier*.

Und wenn du gerne abseits ausgetretener Pfade unterwegs bist, dann kannst du in Rueda wunderbar in la España profunda eintauchen, das ländliche, untouristische Spanien. Eine gute Möglichkeit, die Weinregion Rueda zu entdecken, bietet auch die regionale Weinstraße.

Hotels und andere Unterkünfte in Rueda findest du hier*.

Viel Spaß beim Entdecken!

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Eine Straße mit Häusern und Geschäften
©Sascha Brandenburg / TodoVino Weinmagazin

Die Hauptstraße von Rueda

Strahlend blauer Himmel und Sonne über einem alten Weinberg
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Ein alter Weinberg auf steinigem Boden in der Rueda-Region

Eine Frau steht lächelnd neben Weinflaschen
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Beatriz von Barco del Corneta

ein alter Weinkeller
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Hier unter der Erde liegen die Schätze der Bodega Barco del Corneta

Ein Mann steht in einem Weinberg mit den Händen in den Hosentaschen
©Sascha Brandenburg / TodoVino Weinmagazin

Önologe Nacho im Weinberg von Telmo Rodriguez

Weinflaschen und Weingläser auf einem Picknicktisch
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Die beiden Weißweine, die im Rueda-Projekt Basa Blancos entstehen: Basa und El Transistor.

Häsuer und eine Kirche
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Das Dorf Rueda

ein buntes Wandgemälde mit landwirtschaftlichem Motiv
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Wandmalerei in La Seca: "Die Wiege des Verdejo"

Alte Rebe
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Buschrebe in Rueda

Weinberg in der Region Rueda
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Rueda-Weinberg

Pinien und Weinreben auf sandigem Boden in Rueda
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